Blick auf den Diebsteich (l) und die neue Mitte Altona. Am Diebsteich soll der neue Bahnhof Altona entstehen.

Blick auf den Diebsteich (l.) und die neue Mitte Altona. Am Diebsteich soll der neue Bahnhof Altona entstehen. Foto: picture alliance/dpa/Marcus Brandt

Hamburgs neuer Mega-Bahnhof wird nicht pünktlich fertig

Es ist eines der wichtigsten Verkehrs-Infrastruktur-Projekte Hamburgs – aber auch eines der umstrittensten. Die Rede ist von der Verlegung des Altonaer Bahnhofs an den Diebsteich. Schon kurz nach Bekanntwerden der Pläne sprach vor drei Jahren die Gegen-Initiative „Prellbock Altona“ von Hamburgs „Stuttgart 21“. Nun scheinen sich die Bedenken in Teilen zu bewahrheiten: Der neue Mega-Bahnhof wird offenbar nicht pünktlich fertig.

2027 soll der neue Fernbahnhof an der bisherigen S-Bahnstation Diebsteich eröffnet werden – eigentlich. Problem: Das Empfangsgebäude wird wohl nicht rechtzeitig fertig. Zuerst berichtet hatte das Abendblatt.

Verzögerung dank „Tjarks‘ Tunnelmonster“

Der Grund für die verzögerte Planung: Der sogenannte „Verbindungsbahnentlastungstunnel“ (VET). Die MOPO hatte das Teil auch schonmal „Tjarks‘ Tunnelmonster“ getauft. Die künftige S-Bahn-Verbindung der Fernbahnhöfe Altona/Diebsteich und Hauptbahnhof wurde von den Bahnhof-Planern ursprünglich nicht mitgedacht.

Und zwar, weil der Tunnel in der Form gar nicht geplant war. Und es bis heute nur bedingt ist. Zwei Varianten werden Stand heute noch diskutiert: eine Tunneltrasse („Mitte“) über Sternschanze, eine über die Station Feldstraße („Süd“). Das Empfangsgebäude am neuen Mega-Bahnhof ist aber nur konkret planbar, wenn klar ist, wo und wie der Tunnel startet und verläuft.

Der neue S-Bahn-Tunnel wird quer durch die City vom Hauptbahnhof zum neuen Fernbahnhof Diebsteich verlaufen. Hier die zwei möglichen Streckenführungen. BVM
Der neue S-Bahn-Tunnel wird quer durch die City vom Hauptbahnhof zum neuen Fernbahnhof Diebsteich verlaufen. Hier die zwei möglichen Streckenführungen.
Der neue S-Bahn-Tunnel wird quer durch die City vom Hauptbahnhof zum neuen Fernbahnhof Diebsteich verlaufen. Hier die zwei möglichen Streckenführungen.

Also eine spätere Eröffnung des Mega-Projekts (mind. 548 Millionen Euro Kosten)? Nein, sagt zumindest die Bahn. „Der neue Bahnhof Hamburg-Altona geht wie geplant Mitte 2027 in Betrieb“, sagte eine Bahnsprecherin dem „Abendblatt“. „Sollten sich durch den VET Verzögerungen beim Bau des Mehrzweckgebäudes nebst der DB-Gebäudeteile und der DB-Empfangshalle ergeben, wird der Bahnhofsbetrieb trotzdem durchgängig sichergestellt.“ Übersetzt: Als Provisorium soll der Bahnhof nach jetzigem Stand pünktlich starten, aber ohne fertige Empfangshalle.

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Die Bahnhofs-Gegner von „Prellbock Altona“ hatten damals ein Gutachten erstellen lassen, nach dem eine Sanierung des alten Bahnhofs Altona lediglich 250 Millionen Euro gekostet hätte. Sollte ihr „Stuttgart 21“-Vergleich stimmen, kommen noch hohe Kosten auf Bund und Stadt zu: Das Projekt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt war mal mit etwa 4,5 Milliarden Euro Kosten angesetzt worden – am Ende waren es mehr als elf Milliarden. (km)

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