Haus der Erde
  • Blick auf das „Haus der Erde“ an der Bundesstraße, ein Neubau für die Klimaforschung und die Geowissenschaften.
  • Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

Wasserschaden! Neuer Rückschlag für das „Haus der Erde“

Erneuter Rückschlag am „Haus der Erde“ am Schlump. Ein Wasserschaden verzögert die Übergabe des Hochschulgebäudes erneut – und billiger wird das Prestigeprojekt dadurch auch nicht.

Durch ein Leck im Tank der Sprinkleranlage sei der Boden im zweiten Untergeschoss des derzeit größten Hochschulbauprojekts der Hansestadt durchfeuchtet und müsse nun ausgetauscht werden, sagten Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bei einem Termin auf der Baustelle. Die Übergabe des Gebäudes an der Bundesstraße verzögere sich dadurch um mindestens ein Semester. Beide sprachen von einem bitteren Rückschlag.

„Haus der Erde“: 2000 Studierende sollen hier lernen

Nach bisherigen Planungen sollten rund 400 Wissenschaftler der Klima- und Erdsystemforschung und ihre rund 2000 Studenten die Büros und Labore des sechsgeschossigen Gebäudes Anfang kommenden Jahres nutzen können. Derzeit sind sie auf eine Vielzahl von Standorten in der Stadt verteilt. 

Die Schadenshöhe durch die Leckage lasse sich noch nicht beziffern, sagte Dressel. Allerdings koste allein der laufende Unterhalt der Baustelle etwa eine Million Euro pro Monat. Er kündigte an, die Verantwortlichen für den Baumangel haftbar machen zu wollen. 

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Damit setzt sich die Pannenserie am „Haus der Erde“ fort: Ursprünglich sollte der Neubau schon 2019 fertiggestellt sein, dann war Mitte 2024 angepeilt worden – was wiederum um sechs Monate verschoben wurde. Auch die Kosten sind explodiert: Von bei den Planungen 2012 veranschlagten 140 Millionen Euro auf mittlerweile rund 425 Millionen.

Norbert Hackbusch, haushaltspolitischer Sprecher der Partei Die Linke kündigte eine intensive Befragung der Verantwortlichen im Haushaltsausschuss an: „Ein städtisches Unternehmen muss in der Lage sein, den Bau eines Universitätsgebäudes verantwortungsvoll und sorgfältig zu planen und durchzuführen.“ Durch die erneute Verzögerung sei der Bau „endgültig zur Tragödie“ geworden, die nicht nur die Finanzen der Stadt und die Arbeitsbedingungen der Uni betreffe, sondern auch einen Imageverlust bedeute. (dpa/mp) 

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