Klitschko im Abaton: Fairer Frieden „nicht um jeden Preis“
Fast drei Jahre ist es her, dass Wladimir Putins russische Truppen im (versuchten) Sturm auf Kiew ihren völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine lostraten. Während Europa und die Ukraine bei den derzeitigen Verhandlungen zwischen US-Präsident Trump und Putin Schlimmstes befürchten müssen, spricht Wladimir Klitschko im Abaton über die ungewisse Zukunft des Landes.
Vor dem Hintergrund der Gespräche zwischen der neuen US-Regierung und Russland über den Krieg in der Ukraine hat Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko vor einem Diktatfrieden gewarnt. Ein Frieden, nach dem sich auch die Menschen in seinem Heimatland sehnten, müsse fair sein und „Konsequenzen für den Aggressor“ haben, sagte Klitschko bei einer Gesprächsrunde mit Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) in Hamburg. Ein „Frieden um jeden Preis“ sei mit der Ukraine nicht zu haben.
Klitschko warnt vor russischen Expansionsbestrebungen
„Wir haben den Preis bereits bezahlt“, sagte der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko mit Verweis auf die verlustreichen Kämpfe in seinem Land. Russland müsse in einer Friedensregelung Konsequenzen für den Angriffskrieg zu spüren bekommen. Ansonsten drohe Europa jederzeit eine weitere militärische Eskalation. „Der Aggressor bekommt mehr Appetit, wenn man sich nicht wehrt“, warnte er.
Dass nun die neue US-Regierung von Präsident Donald Trump mit Russland ohne die Ukraine über die Ukraine spreche, „geht nicht“, sagte Klitschko. Auch nicht, dass die Europäer außen vor blieben. „Aber wo Trump Recht hat: Wir müssen auf uns selbst aufpassen.“ Deshalb seien ein starkes Europa und ein starkes Deutschland für die Ukraine wichtig.
Klitschko: NATO könnte von kriegserfahrener Ukraine profitieren
Die Ukraine halte der russischen Aggression bereits seit drei Jahren stand. „Wir haben gelernt, wie man sich wehrt mit weniger“, sagte er. „Wir haben gelernt, wie man eine moderne Kriegsführung macht.“ Und diese Fähigkeiten könne sein Land auch in die NATO einbringen.
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Die Organisation „MenschHamburg“ ruft zudem am 24. Februar um 12 Uhr zu einer Gedenkminute „für Frieden in der Ukraine und weltweit“ auf. Unter dem Motto #HamburgStehtStill soll den Opfern drei Jahre nach dem Beginn des Krieges so Tribut gezollt werden. (dpa/apa)
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