DFB-Kapitänin Giulia Gwinn

DFB-Kapitänin Giulia Gwinn war nicht zufrieden. Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / Fantini

„Kollektivversagen“: DFB-Frauen gehen hart mit sich ins Gericht – Reaktion gefordert

Angekommen in Christian Wücks alter Heimat war der Ärger über den Stotterstart so gut wie verraucht. „Wir werden ein Feuerwerk abbrennen“, versprach Vize-Kapitänin Janina Minge vor dem Nations-League-Heimspiel in Nürnberg gegen Österreich am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF): „Es gibt nix Geileres als Länderspiele zu Hause.

Geht es nach dem Bundestrainer, dient den deutschen Fußballerinnen dazu das wechselhafte 2:2 in den Niederlanden am Freitagabend als „Lerneffekt“ – insbesondere das von Wück in aller Deutlichkeit kritisierte „Kollektivversagen“, das den Auftaktsieg kostete. „Daraus müssen wir lernen“, betonte Wück, „dann wird es gegen Österreich besser.“

Kapitänin Gwinn: „Ein anderes Gesicht zeigen“

Der wechselhafte Auftritt in Breda machte in der Tat deutlich, dass bis zur EM in der Schweiz (2. bis 27. Juli) noch eine Menge Arbeit wartet. Im Umbruch bleiben die Vize-Europameisterinnen eine Wundertüte, defensiv wie offensiv.

Gerade das in entscheidenden Momenten „viel zu lasche“ Verteidigen darf sich ein echter Titelanwärter nicht erlauben. Auch Spielführerin Giulia Gwinn erwartet daher, „dass wir vor den eigenen Fans ein anderes Gesicht zeigen“.

Dabei helfen soll laut Wück „eine Hierarchie im Team“ mit klar verteilten Rollen. Als Abwehr-Alternative empfahl sich Rebecca Knaak, die zwar kein fehlerfreies, aber ein unaufgeregtes Debüt in der ausgedünnten Innenverteidigung hinlegte. „Ich bin extrem glücklich und dankbar“, sagte die 28-Jährige von Manchester City nach ihrem ersten Länderspiel.

Ann-Katrin Berger hat im Tor derzeit die Nase vorn

Im Tor hat sich der Bundestrainer allerdings selbst noch nicht auf eine Rangordnung festgelegt. Olympia-Heldin Ann-Katrin Berger lief zum Jahresauftakt weiter mit der Nummer eins auf dem Trikot auf – ein Fingerzeig?
„Ich kann nur eines machen: Das spielen, was ich kann“, sagte die 34-Jährige, die sich trotz Lob des Bundestrainers immens über die zwei Gegentore durch Wolfsburgs Torjägerin Lineth Beerensteyn (13./66.) ärgerte. Lea Schüller (45.+1) und Sjoeke Nüsken (50.) hatten die Partie zwischenzeitlich gedreht.

Bundestrainer Christian Wück war nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft in den Niederlanden. imago/Beautiful Sports
Christian Wück guckt in die Ferne
Bundestrainer Christian Wück war nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft in den Niederlanden.

Ob Berger auch gegen Österreich startet, ließ Wück offen. Klar ist aber: Im Max-Morlock-Stadion soll nach den unnötigen Pleiten gegen Australien und Italien (jeweils 1:2) im vergangenen Jahr endlich der erste Heimsieg unter dem neuen Bundestrainer her.

ÖFB-Frauen müssen ohne Top-Star Zadrazil auskommen

Dafür wurde der kommende Gegner genau unter die Lupe genommen. „Wir wissen noch nicht ganz genau, was uns erwartet“, meinte Wück. Denn Alexander Schriebl hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Irene Fuhrmann angetreten. Das ÖFB-Team übernahm in der Nations-League-Gruppe A1 durch ein 1:0 gegen Schottland gleich die Führung, muss aber ohne den abgereisten Bayern-Star Sarah Zadrazil (muskuläre Probleme) auskommen.

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„Wir werden dieses Spiel analysieren“, versicherte Wück – und setzt als ehemaliger FCN-Profi an alter Wirkungsstätte voll auf den Heimvorteil: „Ich hoffe, dass in meiner alten Heimat im Frankenland genauso eine Stimmung herrscht wie beim Auftakt.“ Nur mit besserem Ausgang. (sid/mb)

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