Showdown vor der Wahl! Tschentscher provoziert – Fegebank reagiert: „Absurd!“
Dreimal traten die Spitzenkandidaten von SPD, Grünen und CDU zuvor schon in den Ring, um ihre Positionen vor der Bürgerschaftswahl deutlich zu machen. Zum Wahlkampfabschluss gab es nun das NDR-Triell.
Bei ihrem letzten direkten Aufeinandertreffen vor der Bürgerschaftswahl haben die Spitzenkandidaten von SPD, Grünen und CDU im NDR-Fernsehen über mögliche künftige Regierungsoptionen gesprochen. Obwohl CDU-Landes- und Fraktionschef Dennis Thering in dem Triell eine Koalition mit den Grünen ausschloss, sah Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach wie vor ein „politisches Risiko“. „Meine Befürchtung ist, dass, wenn es für eine schwarz-grüne Mehrheit reicht, sie es auch tun würden“, sagte er.
Tschentscher wirbt für Fortführung von rot-grün
Tschentscher hatte sich bereits früh für eine Fortsetzung von rot-grün als Wunschoption ausgesprochen. Die Zufriedenheit mit dem aktuellen Senat sei mit die höchste unter den Landesregierungen in ganz Deutschland, betonte er erneut.
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Die Grünen-Spitzenkandidatin, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, wies Tschentschers Spekulationen über eine Zusammenarbeit zwischen Grünen und CDU als „absurd“ zurück. Zugleich warnte sie vor einer Regierung von SPD und CDU. „Wenn man nach Berlin schaut, da werden wir jetzt eine schwarz-rote Regierung haben. Das ist in Hamburg überhaupt nicht ausgeschlossen“, sagte sie.
Thering will die Grünen in der Opposition sehen
Auch Thering verwies auf die Bundestagswahl, aus der die CDU am vergangenen Sonntag als stärkste Kraft hervorgegangen war. Wer am kommenden Sonntag die CDU wähle, bekomme auch in Hamburg einen Politikwechsel. „Ich möchte, dass die Grünen in Hamburg in die Opposition gehen – genauso wie im Bund“, sagte Thering.
Er forderte auch einen „Wohnungsbau-Turbo“: „Wir müssen die Baukosten und auch die übertriebenen Klimaschutzmaßnahmen gerade im Wohnungsbau deutlich runtersetzen“. Thering will in Hamburg höher bauen und mehr verdichten. Bestehende Grünflächen sollen aber erhalten bleiben.
SPD, Die Grünen und CDU wollen mehr Wohnungsbau
Auch Katharina Fegebank will mehr bauen: „Wir wollen einen echten sozialen Mix, also fünfzig Prozent sozialer Wohnungsbau“, so die Grünen-Spitzenkandidatin. Sie verwies auf den neuen „Hamburg-Standard“, den der rot-grüne Senat auf den Weg gebracht habe. Mit diesem Instrument werde das Bauen und damit die Vermietung deutlich günstiger.
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Hamburg brauche die neu geplanten Stadtteile wie Oberbillwerder, sagte Peter Tschentscher. Dort sollen in den kommenden Jahren „viele tausende Wohnungen“ entstehen. Außerdem werde es spezielle Angebote für junge Menschen geben: „Wir bauen 3000 Wohngelegenheiten für Studierende und nochmal 3000 gezielt für Auszubildende, weil die es ganz besonders schwer haben, eine geeignete Wohnung zu finden“, so der SPD-Spitzendkandidat.
Hamburg wählt am Sonntag eine neue Bürgerschaft. Die Diskussionsrunde im NDR war das vierte und letzte Triell der drei Spitzenkandidaten. Die am Nachmittag aufgezeichnete 90-minütige Sendung sollte am Donnerstagabend auf dem Programmplatz des „Hamburg Journals“ ab 19.30 Uhr ausgestrahlt werden. (dpa/mp)
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