Streik am Flughafen: So wird die Lage am Dienstag
Am Flughafen Hamburg ging schon am Sonntag nichts mehr. Dort gab es überraschend einen Warnstreik – einen Tag vor der angekündigten bundesweiten Aktion am Montag. Genau zum Ferienbeginn, und angekündigt nur rund 30 Minuten vor Streikbeginn. Seit Mitternacht sind Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst der Flughafenbetreiber, den Bodenverkehrsdiensten und der Luftsicherheitsbereiche nun an 13 deutschen Flughäfen im Ausstand.
Flugbetrieb soll sich wieder normalisieren
16.01 Uhr: Damit beenden wir unseren Newsblog zum Warnstreik. Danke, dass Sie mitgelesen haben!
15.55 Uhr: Am morgigen Dienstag soll sich der Flugbetrieb wieder normalisieren. „Um die ausgefallenen Flüge der vergangenen beiden Tage zu kompensieren, sind viele Reisende umgebucht worden. Deswegen erwarten wir in den nächsten zwei Tagen ein etwas höheres Passagieraufkommen als ursprünglich geplant“, teilte der Hamburger Flughafen der MOPO mit.
Die Flüge werden also stark ausgelastet sein. „Es kann sein, dass die Airlines einige zusätzliche Flüge oder größere Flugzeuge einsetzen werden“, so eine Flughafensprecherin. Fluggäste sollten deshalb mehr Zeit als üblich einplanen. Die Fluggesellschaften haben für Dienstag 144 Starts und 141 Landungen am Hamburg Airport geplant.
Update: So viele Flüge fallen heute in Deutschland aus
11.48 Uhr: Nach einer aktualisierten Schätzung des Flughafenverbands ADV wird der Flugverkehr in weiten Teilen Deutschlands zum Erliegen kommen: Demnach fallen wegen der verschiedenen Ausstände an 13 Standorten voraussichtlich mehr als 3.500 Flüge aus, rund 560.000 Passagiere könnten ihre Reisen nicht wie geplant antreten.
Missbrauch des Streikrechts?
10 Uhr: Die Luftverkehrsbranche wirft Verdi Missbrauch des Streikrechts vor. Es würden sogenannte Warnstreiks als Tarnung für weitreichende Ausstände genutzt und Knotenpunkte der Volkswirtschaft gezielt lahmgelegt, sagt der Eurowings-Chef und Präsident des Branchenverbandes BDL, Jens Bischof.
Er verlangt ein „Streikgesetz“ mit einer verbindlichen Schlichtung vor Ausständen in der kritischen Infrastruktur. Der aktuelle „Tag des Stillstands“ liefere den letzten Anstoß dafür. Die im BDLS organisierten Arbeitgeber kritisierten die Warnstreikausweitung, Verhandlungsführer Christian Huber bezeichnete sie als „nicht zielführend“.
Tagesschau-Sprecher macht frustrierende Beobachtung
8.44 Uhr: Auch Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber gehörte zu den Fluggästen, die wegen des unangekündigten Streiks am Sonntag am Airport in die Röhre schauten. Bei X machte 45-Jährige seinem Ärger Luft – jedoch beklagte er sich weniger darüber, seinen eigenen Flug verpasst zu haben, als über eine Beobachtung, die er am Security Check machte:
Ok, für mich ist es ärgerlich, wenn wegen eines unangekündigten Streiks am Flughafen HH mein Urlaub ausfällt. Aber was ist mit der Frau vor uns am Security Check, die mit ihrem schwerkranken Kind zur Behandlung fliegen muss? Das ist einfach nur mies.
— Constantin Schreiber (@ConstSchreiber) March 9, 2025
Schreibers Post wurde inzwischen mehr als 390.000 Mal aufgerufen. In den Kommentaren sammeln sich überwiegend Kommentare, die sich mit dem unangekündigten Streik solidarisieren. „Es steht dem Arbeitgeber jederzeit frei, sich dem Willen der Arbeiter zu beugen und die Gesundheit des schwerkranken Kindes über den eigenen Profit zu stellen“, schreibt zum Beispiel ein Nutzer.
Warnstreiks unverhältnismäßig?
8.20 Uhr: Die Streiks seien nicht verhältnismäßig, sagte der Hauptgeschäftsführer des Luftverkehrsverbands BDL, Joachim Lang. „Hier wird ein kompletter Verkehrszweig flächendeckend stillgelegt und das, obwohl Flughäfen und Airlines, aber auch Gastronomie, Einzelhandel und Hotels keine Tarifpartner sind. Der Tarifkonflikt wird damit allein auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen, noch bevor die nächste Verhandlungsrunde ansteht.“
„Wir schauen, ob wir in dieser Woche nochmal reagieren“
8.10 Uhr: Mit dem Groß-Warnstreik-Tag in Hamburg zum Start in die Woche soll dann aber auch vorerst Schluss sein mit den Aktionen im Tarifstreit. „Zunächst sind für Dienstag keine weiteren Aktionen in Hamburg geplant, aber wir schauen, ob wir in dieser Woche nochmal reagieren“, so Verdi.
Um 11 Uhr Demo durch die Innenstadt
7.50 Uhr: Von 9.30 Uhr an sollen sich die Streikenden zu einer Kundgebung auf der Kreuzung Reesendammbrücke/Ballindamm versammeln. Um 11 Uhr ziehe dann ein Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Gewerkschaftshaus. Als Redner erwartet wird unter anderem Verdi-Chef Frank Werneke. Die Gewerkschaft geht von Tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus.
Streik trifft auch Flughäfen in Hannover und Bremen
7.40 Uhr: Der Warnstreik hat den Flugverkehr am Airport Hannover zum Erliegen gebracht. Insgesamt 98 Verbindungen seien gestrichen, darunter 48 Abflüge und 50 Ankünfte, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Schätzungen zufolge dürften davon etwa 10.000 bis 12.000 Passagiere betroffen sein. Am Flughafen Hannover war den Angaben zufolge nichts los, der Terminal-Manager habe bei einer Runde am frühen Morgen ganze vier Fluggäste angetroffen. Auch der Busbahnhof sei leer.
Am Flughafen Bremen wurden ebenfalls die nationalen und internationalen Flüge für Urlauber und Geschäftsreisende gestrichen, insgesamt geht es um rund 50 Flüge. Nur Ambulanz- und Rettungsflüge solle es geben, sagte ein Flughafensprecher.
Hamburg Airport: So ist die Lage am Montagmorgen
7 Uhr: Viel Nebel und keine Fluggäste – der Warnstreik im öffentlichen Dienst hat den Hamburger Flughafen erneut weitgehend lahmgelegt. „In den Terminals herrscht heute zum großen Teil gähnende Leere, die Lage ist ruhig“, sagt Janet Niemeyer, Pressesprecherin am Hamburg Airport. „Gestern waren bereits Tausende Familien betroffen, und auch heute wollten hier rund 40.000 Menschen abfliegen oder ankommen.“ Diese Pläne seien nun von Verdi zunichtegemacht worden. „Dieser unverhältnismäßige Streik trifft viele Unbeteiligte, die zum Teil lange auf ihre Urlaubsreise gespart haben oder ihre Freunde und Verwandte nach langer Zeit wiedersehen wollten“, sagte sie weiter.

Keine Abflüge, wenige Ankünfte und und kein Vorabend-Check-in
6.41 Uhr: Für den gesamten Tag wurden alle Abflüge am Airport gestrichen. Ähnlich rot sah es bei den Landungen aus, sehr viele waren abgesagt. „Ankünfte sind weiterhin möglich. Dennoch kann es auch bei den Landungen heute zu Flugstreichungen und deutlichen Verzögerungen kommen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Airlines 66 der 141 für heute geplanten Landungen gestrichen. Weitere Streichungen können hinzukommen“, heißt es in einer Mitteilung. „Fluggäste werden gebeten, sich über ihren Flugstatus auf dem Laufenden zu halten.“
Außerdem sei aufgrund des Streiks heute kein Vorabend-Check-in für die Dienstag-Flüge möglich. Um die ausgefallenen Flüge zu kompensieren, sei mit Umbuchungen auf Dienstag und nachfolgende Tage zu rechnen.
Der Warnstreik soll bis zum Ende der Spätschicht am Montag andauern. Ursprünglich waren dem Flughafen zufolge am Montag insgesamt 284 Flüge – 141 Ankünfte und 143 Abflüge – mit mehr als 40.000 Passagieren geplant gewesen.
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Warnstreiks noch größer als geplant
10. März 2025, 6.30 Uhr: Den bereits seit Freitag geplanten Warnstreiks im öffentlichen Dienst sollen sich heute auch Beschäftigte der Luftsicherheitsbereiche anschließen, wie Verdi am Samstag ankündigte. Diese arbeiten in der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie in Service-Bereichen. Für sie wird derzeit ein neuer Manteltarifvertrag mit den Arbeitgebern im Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verhandelt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 26. und 27. März angesetzt. Die nächste Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst ist für diesen Freitag (14. März) in Potsdam geplant.
Von den Warnstreiks in beiden Tarifkonflikten sind folgende Flughäfen betroffen: Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Frankfurt, Stuttgart und München. An den Airports Weeze bei Düsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden sind nur Beschäftigte des Luftsicherheitsbereichs zum Ausstand aufgerufen.
Der Flugverkehr wird in weiten Teilen Deutschlands zum Erliegen kommen: Nach einer ersten Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen allein wegen des Ausstands im öffentlichen Dienst und bei den Bodenverkehrsdiensten voraussichtlich mehr als 3400 Flüge aus, und rund 510.000 Passagiere können ihre Reisen nicht wie geplant antreten. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit an einem durchschnittlichen Tag rund 6000 Flugbewegungen an deutschen Flughäfen. Dazu kommen noch rund 3000 Überflüge im deutschen Luftraum.
Die Geschehnisse vom Sonntag zum Nachlesen:
19.28 Uhr: Nicht mehr viel los am Hamburger Flughafen. Wir sind gespannt, wie die Lage dort am Montag ist. Wir melden uns morgen früh wieder. Bis dahin!
17.05 Uhr: MOPO-Redakteurin Zoe Clausen hat sich am Flughafen umgehört und ist vielen frustrierten Menschen begegnet. Lesen Sie hier, wie sich die Situation am Airport am Sonntag darstellte (M+).
15.45 Uhr: Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) hat in einem Statement die kurzfristige Ankündigungsfrist eine halbe Stunde vor Beginn des Streiks gerechtfertigt. In der Vergangenheit sei es immer zum Einsatz von Streikbrechern durch die bestreikten Dienstleistungsfirmen am Flughafen Hamburg gekommen, daher habe man sich dieses Mal bewusst für eine kurzfristige Ankündigung entschieden, so Dennis Dacke, Verdi-Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft. „Wenn Arbeitgeber systematisch versuchen, Streiks zu unterlaufen, greifen sie nicht nur die Rechte der Beschäftigten an, sondern auch die Grundprinzipien der Demokratie und Mitbestimmung,“ wird Dacke zitiert. Das Streikrecht sei ein fundamentales Recht, das den Beschäftigten ermögliche, für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und soziale Sicherheit zu kämpfen.
Ausweichen auf die Bahn ist zurzeit schwierig
14.20 Uhr: Ein kurzfristiges Ausweichen auf die Bahn ist zurzeit von Hamburg aus schwierig. Die Deutsche Bahn begann am Samstag mit umfangreichen Bauarbeiten in Hamburg. Nicht nur die Strecke nach Pinneberg, die die Züge nach Sylt, Kiel und Flensburg nutzen, ist für zwei Wochen unterbrochen, sondern auch die Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Altona. Das bedeutet, dass nicht alle Fernzüge bis oder ab Hauptbahnhof fahren können.
Die Züge aus Berlin, Hannover und Bremen fahren zum Teil erst ab Bergedorf oder Harburg. Von und nach Berlin verkehren die Züge nur etwa stündlich statt halbstündlich. Zwischen Hamburg und Hannover entfallen ebenfalls einige Verbindungen. Zahlreiche Fahrten waren am Sonntag ausgebucht. Reisende müssen in Hamburg teilweise auf die S-Bahn ausweichen. Allerdings werden auf der Linie S1 zwischen Flughafen und Hauptbahnhof Gleise instand gesetzt. Fahrgäste müssen eine Teilstrecke mit der U-Bahn oder einem Ersatzbus fahren.
Mutter und Sohn am Flughafen gestrandet: „So ist einfach fies”
13.45 Uhr: Dagmar H. (46) und ihr Sohn Richard (20) sind bereits seit 4 Uhr am Flughafen. „Wir hatten unser Gepäck schon abgegeben, waren durch die Sicherheitskontrolle und saßen am Gate, da kam die Durchsage”, erzählt er. Eigentlich wollten sie zusammen nach Madrid fliegen. „Ich habe sonst immer Verständnis, wenn jemand streikt, aber das unangekündigt zu machen, ist einfach fies”, sagt sie. Immerhin, ihr Gepäck haben sie inzwischen wieder. Jetzt hoffen sie, über Bremen oder nach Hannover fliegen zu können.

Ausweichziel Hannover – auch dort stehen wie in Bremen Einschränkungen bevor
13.20 Uhr: Angesichts des überraschenden Warnstreiks am Flughafen Hamburg weicht eine Reihe von Maschinen zum Airport Hannover aus. Vier Maschinen mit dem Ziel Hamburg seien in Hannover gelandet, sagte eine Flughafensprecherin. Im Laufe des Tages würden weitere erwartet, darunter eine Maschine aus Dubai. Die Passagiere würden per Bus an ihr Ziel gebracht.
Am Airport Hannover seien einige Flüge auf den Sonntag vorverlegt worden, sagte die Sprecherin. Für Montag dann seien alle Verbindungen gestrichen. Sie geht davon aus, dass trotzdem Menschen am Flughafen stranden werden. Ursprünglich waren 48 Abflüge und 50 Ankünfte geplant.
Auch am Flughafen Bremen geht man davon aus, dass es am Montag keine nationalen und internationalen Flüge für Urlauber und Geschäftsreisende geben wird. Als Folge sei zu erwarten, dass Passagiere schon am Sonntag mit längeren Wartezeiten und Verschiebungen der An- und Abreisezeiten rechnen müssten – und das gelte auch für Dienstag, teilte der Airport mit. „Wir akzeptieren selbstverständlich das geltende Streikrecht, verstehen aber natürlich auch den Frust der Geschäfts- und Urlaubsreisenden“, sagt Marc Cezanne, Geschäftsführer des Flughafens Bremen.
Flughafenverband: Unüberlegter Warnstreik sorgt für Chaos
13 Uhr: Der Flughafenverband ADV kritisierte die Verdi-Aktion scharf: Der spontane Streik am Hamburger Flughafen zu Ferienbeginn lasse jeglichen Respekt und Verhältnismäßigkeit vermissen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Reisende zum Spielball gemacht werden“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. „Dieser unüberlegte Streik verursacht unnötiges Chaos und erhebliche Unannehmlichkeiten für zehntausende Urlauber und Geschäftsreisende, die ihre Reisepläne erneut durchkreuzt sehen.“ Das Maß sei voll.

Passagiere haben kein Verständnis
12.30 Uhr: Bei den verhinderten Flugreisenden macht sich Ärger breit. „Mein Verständnis für den Streik hält sich in Grenzen“, sagt die Mutter einer schulpflichtigen Tochter. „Ich finde es nicht gut, dass ausgerechnet der Flughafen Hamburg ausgesucht wurde, weil hier die Frühjahrsferien starten.“ Dadurch seien vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern betroffen.
Die Familie wollte heute nach Fuerteventura in die Sonne fliegen. „Aber daraus wird jetzt nichts. Unser Flug wurde gestrichen und wir müssen nun abwarten, wie es weitergeht.“ Ihr Reiseveranstalter versucht Flüge umzubuchen und hat für morgen schon zahlreiche Ersatzflüge auf der Homepage aufgelistet. „Ob sie unseren Flug auch noch umbuchen können, bleibt abzuwarten. Vielleicht können wir auch erst am Dienstag fliegen, das wäre natürlich sehr schade“, sagt die Mutter.
Eine Jugendliche, die mit ihrer Mutter nach Ägypten reisen wollte, sagt, sie sei im Endeffekt nicht wütend, sondern eher traurig, dass sie nicht fliegen könnten. Eigentlich habe doch erst ab Montag gestreikt werden sollen. „Warum schon heute, das ist einfach doof.“
Wie geht es nach Montag weiter? Drohen mehr Streiks?
12 Uhr: In einzelnen Bundesländern werden verschiedene Branchen teils auch nach Montag bestreikt. Ende der Woche verhandeln die Tarifparteien dann weiter. Nach dem Willen der Arbeitgeber soll diese Verhandlungsrunde eine „tragfähige Lösung“ bringen. Einigen sich die Parteien, wäre erst mal Schluss mit den Warnstreiks. Ob das gelingt, ist offen.
Keine Abflüge am Montag möglich – „maßlos und unfair“
11.45 Uhr: Auch am Montag werden am Hamburg Airport keine Abflüge mit Passagieren möglich sein. Ankünfte können stattfinden, allerdings sei ganztägig mit erheblichen Beeinträchtigungen und auch Streichungen zu rechnen, teilte der Airport mit. Morgen waren 143 Abflüge geplant, insgesamt werden 141 Ankünfte erwartet. Über 40.000 Passagiere sind betroffen. Man empfehle allen Reisenden, die ab Hamburg fliegen möchten, Kontakt mit Ihrer Fluggesellschaft aufzunehmen und nicht zum Flughafen zu kommen.
Flughafensprecherin Katja Bromm dazu: „Das ist der zweite Tag in Folge und der fünfte Tag insgesamt, den Verdi zu Arbeitsniederlungen am Hamburg Airport aufgerufen hat. Das ist deutlich mehr als an anderen deutschen Standorten. Und das, obwohl in Hamburg als einzigem Bundesland die Ferien beginnen. Das ist maßlos und unfair Zehntausenden von Reisenden gegenüber, die nichts mit den Auseinandersetzungen zu tun haben.“
Lange Schlangen am Hauptbahnhof
11 Uhr: Vor dem Reisezentrum im Hamburger Hauptbahnhof hat sich nun eine lange Warteschlange gebildet. Wegen des heute überraschend begonnenen Warnstreiks versuchen viele Reisende, auf Züge umzusteigen.

Bekomme ich auch Geld zurück?
10.30 Uhr: Die EU-Fluggastrechte-Verordnung sieht bei Verspätungen ab drei Stunden am Zielort sowie kurzfristigen Flugabsagen unter gewissen Voraussetzungen Ausgleichszahlungen von 250 bis 600 Euro pro Passagier vor.
Ob Passagiere diese Gelder bei Flugproblemen infolge eines Warnstreiks einfordern können, hängt vereinfacht gesagt davon ab, wer konkret streikt. Sind wie am Montag Teile des Flughafenpersonals in einem Warnstreik, sind die Aussichten auf Entschädigungen eher schlecht. Anders kann der Fall liegen, wenn Mitarbeitende einer Airline streiken. Der Anspruch auf Ersatzbeförderung besteht in jedem Fall und unabhängig davon, ob Passagieren auch eine Entschädigungszahlung zusteht.
Welche Rechte habe ich, wenn mein Flug wegen des Warnstreiks ausfällt?
10 Uhr: Bei streikbedingtem Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden muss die Fluggesellschaft Reisenden eine alternative Beförderung zum Ziel anbieten. Oft werden sie automatisch auf einen anderen Flug umgebucht. Oder die Airline bietet an, das Flugticket in eine Bahnfahrkarte umzuwandeln. Das passiert vor allem bei gestrichenen Flügen innerhalb Deutschlands.
Hängen Passagiere streikbedingt länger am Flughafen fest, müssen Fluggesellschaften Betreuungsleistungen erbringen, etwa in Form von Gastronomiegutscheinen für Getränke und Snacks vor Ort.
Verdi-Sprecher verteidigt Warnstreik
9 Uhr: Gewerkschaftssekretär Lars Stubbe sagte: „Wir bedauern es sehr für die Passagiere. Wir wissen, dass es viele betreffen wird.“ Aber der Warnstreik, über den der Flughafen etwa eine halbe Stunde vor Beginn informiert worden sei, sei notwendig. Das Ziel von Warnstreiks sei, Unternehmen wirtschaftlich zu schaden, um Druck aufzubauen. Bei Arbeitsniederlegungen mit Ankündigungen ergreife der Flughafen Maßnahmen und setze etwa Streikbrecher ein, sagte Stubbe. Er betonte, dass die Arbeitgeberseite im Tarifstreit mit Bund und Kommunen endlich ein Angebot vorlegen müsse. Zwei Verhandlungsrunden seien schon ergebnislos gewesen.

Verdi fordert eine Tariferhöhung im Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich, und höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurückgewiesen. Die dritte Tarifrunde soll vom 14. bis 16. März in Potsdam stattfinden.
In anderen Bereichen gibt es morgen ebenfalls Warnstreiks
8.50 Uhr: Auch in weiteren Bereichen müssen die Menschen in Hamburg am morgigen Montag mit Einschränkungen rechnen. Verdi hat die Beschäftigten zentraler Bereiche aufgerufen, einen Tag lang die Arbeit niederzulegen. In den Ausstand treten sollen nach den Vorstellungen der Gewerkschaft unter anderem auch Beschäftigte der Asklepios-Kliniken, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Elbkinder-Kitas als Hamburgs größtem Kita-Träger, der Stadtreinigung und der Hamburg Port Authority (HPA).

Hamburg Airport entsetzt: „Damit schadet Verdi vor allem den Menschen“
8.45 Uhr: Man sei entsetzt, wie rücksichtslos Verdi vorgehe, sagte Sprecherin Katja Bromm. „Die Gewerkschaft legt den Flughafen lahm – und das ohne Ankündigungsfrist genau am Anfang der Hamburger Frühjahrsferien. Damit schadet Verdi vor allem den Menschen.“ 40.000 Menschen könnten heute nicht wie geplant reisen. Es sei für sie unzumutbar, in welcher Frequenz die Gewerkschaft den Hamburger Flughafen mit Streiks überziehe. „Der Streik sollte immer das letzte Mittel der Wahl sein und nicht das erste, bevor man überhaupt miteinander spricht.“
Wie groß sind die Auswirkungen?
8.30 Uhr: Der Flugverkehr wird in weiten Teilen des Landes zum Erliegen kommen. Nach einer ersten Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen voraussichtlich mehr als 3400 Flüge aus, rund 510.000 Passagiere können ihre Reisen gar nicht antreten oder zumindest nicht wie geplant. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel spricht in Bezug auf die Streiks im öffentlichen Dienst von einem Horrorszenario für Fluggäste. „Elf Standorte gleichzeitig zu bestreiken, hat eine neue Dimension“. Die Warnstreiks hätten „weitreichende Folgen für die individuelle Mobilität und die Wirtschaftsabläufe“.
Auch am Montag erhebliche Behinderungen am Flughafen erwartet
8.15 Uhr: Ursprünglich sollte der Warnstreik am Hamburger Flughafen am Sonntagabend mit der Nachtschicht beginnen und bis zum Ende der Spätschicht am Montag andauern. Bundesweit hat Verdi für Montag zu Warnstreiks an 13 deutschen Flughafen aufgerufen: München, Stuttgart, Frankfurt, Köln/Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin-Brandenburg und Leipzig-Halle. Außerdem ruft Verdi in einem anderen Tarifkonflikt zeitgleich dazu auch das Luftsicherheitspersonal zum Warnstreik auf. Dieser Aufruf gilt zusätzlich auch an den Flughäfen Weeze bei Düsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden.
Auch in Hamburg soll morgen trotz des heutigen Warnstreiks die Arbeit in mehreren Bereichen niedergelegt werden. Betroffen sind unter anderem die Flugzeugabfertigung und die Sicherheitskontrolle der Passagiere.
Flughafensprecherin Katja Bromm sagte, es sei auch morgen mit einer erheblichen Beeinträchtigung des Flugbetriebes zu rechnen. „Wir empfehlen allen Reisenden, die morgen ab Hamburg fliegen möchten, Kontakt mit Ihrer Fluggesellschaft aufzunehmen.“
Flughafen Hamburg: Flüge fallen am Sonntag wegen Warnstreik aus
8 Uhr: Der Flughafen Hamburg liegt wegen eines überraschenden Warnstreiks genau zu Beginn der Frühjahrsferien lahm. Die Gewerkschaft hatte den Beginn des Ausstands erst 30 Minuten vorher angekündigt, um mehr Wirkung zu erzielen. Alle weiteren Flüge fallen aus, sagte Airport-Sprecherin Katja Bromm am Morgen. Es fänden den gesamten Tag über keine Abflüge und Ankünfte statt, der Flughafen sei geschlossen. Heute waren in Hamburg ursprünglich 144 Ankünfte und 139 Abflüge geplant, davon konnten den Angaben zufolge am Morgen nur rund 10 Flüge stattfinden. Die restlichen Abflüge und Ankünfte für den Tag seien gestrichen. (idv/zc/dpa)
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