Zoff in der Fraktion: Grüne lassen neues Führungsduo fast durchfallen
Das geht ja gut los: Die neue Grüne Fraktionsspitze, bestehend aus Michael Gwosdz und Sina Imhof, konnte bei einem Stimmungsbild am Montag nur eine hauchdünne Mehrheit der Fraktion für sich begeistern. Der parlamentarische Geschäftsführer und die innenpolitische Sprecherin bekamen nur 13 von 24 Stimmen. Die bisherigen Fraktionschefs, Jenny Jasberg und Dominik Lorenz, hatten völlig überraschend ihren Rückzug bekannt gegeben – ihre Nachfolger haben offenbar wenig Rückhalt in der Fraktion.
Dass die Fraktion zerstritten sei, bestreitet Pressesprecher Philipp Wenzel, räumt nur ein: „Es war ein emotionaler Tag für alle durch die Rücktritte der Fraktionsspitze.“ Von den 25 Grünen-Abgeordneten nahmen 24 an dem Stimmungsbild teil. Gegenkandidaten gab es nicht.
Formale Wahl steht noch aus
Nun hoffen beide, bei der formalen Wahl, die am Mittwoch am Rande der Bürgerschaft stattfinden wird, noch ein paar Stimmen mehr zu bekommen. So sei es auch bei ihren Vorgängern gewesen, so der Sprecher: „Damals bekamen Jenny Jasberg und Dominik Lorenz bei der offiziellen Abstimmung mehr Zustimmung als vorher beim Stimmungsbild.“
Das könnte Sie auch interessieren: „Signal, dass es Veränderungen braucht“: Paukenschlag bei Hamburgs Grünen
Gwosdz hatte kürzlich für Kritik auch in den eigenen Reihen gesorgt, als er zusammen mit der bisherigen Fraktionschefin Jenny Jasberg und der Abgeordneten Zohra Mojadeddi ein Fastenbrechen im prachtvollen Kaisersaal des Rathauses organisierte – was mit der Fraktion offenbar nicht abgesprochen war. Das Rathaus sei kein Ort der Religionsausübung, sondern ein Ort des Staates und hat religiös neutral zu sein, so die Gegner.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.