„Bin nicht verletzt“: Hamburger Profi sorgt für Wirbel in seiner Nationalmannschaft
Der gebürtige Hamburger John Yeboah sorgte am vergangenen Samstag für Schlagzeilen, als er knapp eine halbe Stunde für den FC Venedig in der Serie A auflief. Brisant wurde sein Einsatz, da er damit einer zuvor getroffenen Aussage des ecuadorianischen Nationaltrainers Sebastián Beccacece widersprach. Dieser hatte behauptet, Yeboah sei verletzt und deshalb im WM-Qualifikationsspiel gegen Chile nicht einsatzfähig gewesen.
Yeboah, der in Hamburg aufwuchs, spielte unter anderem für den SV Rönneburg und den FC Türkiye Wilhelmsburg, ehe er mit 15 Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum des VfL Wolfsburg wechselte. Zudem durchlief er die deutschen U-Nationalmannschaften von der U16 bis zur U20. Seit Oktober 2023 ist er jedoch Teil der ecuadorianischen Nationalmannschaft. Trotz offensiver Probleme des Teams und der Meinung vieler Fans und Experten, dass er sich einen Stammplatz verdient habe, blieb ihm diese Rolle bislang verwehrt. Trainer Beccacece, der seit August 2024 im Amt ist und Ecuador auf einen respektablen zweiten Platz in der WM-Qualifikation geführt hat, sieht dies offenbar anders.
Yeboah spielte für U20 Deutschland
Während der jüngsten Länderspielpause kam Yeboah in der Partie gegen Venezuela für 28 Minuten zum Einsatz. Für das darauffolgende Spiel gegen Chile verkündete Beccacece allerdings, Yeboah sei verletzt und stehe nicht zur Verfügung. Das Spiel endete torlos 0:0, wobei Ecuador kaum offensive Akzente setzen konnte. Direkt nach der Partie sorgte Yeboah mit einer Instagram-Story für Aufsehen: „An alle, die nach mir fragen: Ich bin nicht verletzt.“
Aufruhr in der Ecuadorianischen Fussballwelt
Sein Fehlen hinterließ eine spürbare Lücke im Team. Alan Minda, eigentlich Stammspieler, fiel ebenfalls verletzungsbedingt aus. Überraschenderweise setzte Beccacece stattdessen den erst 17-jährigen Darwin Guaga von Independiente del Valle ein, der zuvor weder für die U-Nationalmannschaften noch auf professionellem Niveau gespielt hatte. Guaga wirkte überfordert, und die Offensive blieb harmlos.

Die öffentliche Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Yeboah erhielt sowohl Unterstützung von Mitspielern als auch von ehemaligen Nationalspielern und Journalisten, welche die Entscheidung des Trainers kritisch hinterfragten. Ein Sänger schrieb sogar ein Lied über den Vorfall.
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Dieser Fall wirft nicht nur Fragen über die Mannschaftsplanung Ecuadors auf, sondern setzt auch Trainer Beccacece unter Druck. Die Diskussion über mögliche interne Unstimmigkeiten innerhalb der Nationalmannschaft sorgt weiterhin für Aufruhr in der ecuadorianischen Fußballwelt.
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