Diesen Plastik-Pottwal hat offenbar die belgische Künstlergruppe Captain Boomer Collective in Hamburg an den Jungfernstieg gelegt.

Diesen Plastik-Pottwal hat offenbar die belgische Künstlergruppe Captain Boomer Collective in Hamburg an den Jungfernstieg gelegt. Foto: Florian Quandt

Pottwal am Jungfernstieg – wer hinter der Aktion steckt

Verstörendes Bild am Jungfernstieg: Auf der Flaniermeile in der Hamburger Innenstadt liegt am Donnerstagmorgen ein 15 Meter langer Pottwal – aus Plastik. Es handelt sich um eine Aktion der belgischen Künstlergruppe Captain Boomer Collective, die solche Installationen bereits in anderen Städten aufgestellt hat, zusammen mit dem Winterhuder Kulturzentrum Kampnagel.

Ein solcher Plastik-Wal in Lebensgröße lag bereits in Baku (Aserbaidschan), im französischen Bordeaux und am Ufer des Zürichsees. Auch in Paris, Duisburg und Zingst (Ostsee) war er schon zu sehen. „Das Stranden eines Wals ist immer ein magisches Ereignis“, schreibt das Kollektiv auf seiner Webseite. „Dörfer erzitterten und waren beschwingt, wenn so etwas geschah. Das ist es, was wir rekonstruieren.“

Passantinnen betrachten den Plastik-Pottwal der belgischen Künstlergruppe Captain Boomer Collective am Jungfernstieg in Hamburg. Florian Quandt
Passantinnen betrachten den Plastik-Pottwal der belgischen Künstlergruppe Captain Boomer Collectiive am Jungfernstieg in Hamburg.
Passantinnen betrachten den Plastik-Pottwal der belgischen Künstlergruppe Captain Boomer Collectiive am Jungfernstieg in Hamburg.

Gestrandeter Wal soll eine Metapher sein

So positiv-fröhlich, wie das erstmal klingt, ist die Aktion aber nicht (nur) gemeint: Nach Angaben des Kulturzentrums soll mit der Aktion auf die Folgen des Klimawandels hingewiesen werden. „Gleichzeitig ist der gestrandete Wal eine Metapher für die Störung unseres Ökosystems“, schreiben die Künstler weiter. „Die Menschen spüren, dass ihre Verbindung zur Natur gestört ist.“

Die Wal-Skulptur wurde nach dem Aufstellen in der Nacht zum Donnerstag mit Blut verschmiert. Eine Absperrung hält die Zuschauer auf Abstand, während Mitglieder des Captain Boomer Collective innerhalb des Zauns eine echte Wal-Strandung nachspielen.

Gekleidet in Schutzanzüge „analysieren“ sie die Installation und mimen Wissenschaftler, die den Plastik-Wal mit Wasser abspritzen und Gewebeproben entnehmen. Im Gespräch mit Schaulustigen, Passanten oder Pressevertretern bleiben sie in ihren Rollen, behaupten also, dass es sich um die tatsächliche Strandung eines echten Wals handele.

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Das Winterhuder Kulturzentrum Kampnagel hat die Installation angemeldet. Laut Bezirksamt, das sie genehmigt hat, bleibt die Skulptur noch bis einschließlich Samstag am Jungfernstieg liegen. Die Inszenierung der „Wal-Strandung“ soll täglich von 10 bis 16 Uhr stattfinden. Zuerst hatte der NDR über die Aktion berichtet.

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