Umweltkatastrophe in Mexiko: Ermittlungen gegen Hamburgs Kupferkonzern Aurubis
Der Hamburger Metallproduzent Aurubis ist wegen einer Umweltkatastrophe bei einem mexikanischen Kupfer-Zulieferer ins Visier deutscher Behörden geraten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) habe eine anlassbezogene Prüfung eingeleitet, berichtete der Sender SWR am Donnerstag. Grundlage ist demnach das deutsche Lieferkettengesetz.
Hintergrund ist dem Bericht zufolge die schlimmste Bergbaukatastrophe in der Geschichte Mexikos: Am 6. August 2014 waren in einer Kupfermine des Konzerns Grupo Mexico 40.000 Kubikmeter Schwefelsäure ausgetreten und hatten den Sonora-Fluss verseucht – mit gravierenden Folgen für die Umwelt und gesundheitlichen Risiken für mehr als 20.000 Menschen. Der größte Bergbaukonzern Mexikos beliefert nach Recherchen von Aktivisten auch Aurubis.
Grupo Mexiko streitet Verantwortung ab
Die von der Katastrophe betroffene Mexikanerin Martha Patricia Velarde Ortega hatte laut SWR rund zehn Jahre nach der Katastrophe Beschwerde gegen Aurubis beim Bafa eingereicht. Im Februar starb Ortega demnach, sie hatte hohe Schwermetallwerte im Blut und litt an Leberproblemen. Grupo Mexico bestreitet bis heute einen Zusammenhang zwischen der Schwermetallbelastung im Sonora-Fluss und dem Minenunfall.
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Die Menschenrechtsorganisation Romero Initiative (CIR) aus Münster werde die Beschwerde weiterführen, sagte Christian Wimberger, Referent für Unternehmensverantwortung bei der CIR, dem SWR. (afp/mp)
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