„Walk of Shame“: Hunderte protestieren in Hamburg gegen Bauprojekte
An dieser Stelle soll demnächst das sechsstöckige „Paulihaus“ die Rindermarkthalle verdecken.
Foto: Patrick Sun
Demo in Hamburg: Am Samstag sind rund 600 Menschen durch St. Pauli gezogen und haben gegen Bauprojekte des Hamburger Senats protestiert.
Der Stadtspaziergang startete gegen 15 Uhr und führte entlang verschiedener umstrittener Bauprojekte in Hamburg. Zur Demonstration hatte ein breites Bündnis, bestehend aus den Initiativen „St. Pauli Code Jetzt“, „Viva la Bernie“, „Esso Häuser“, „Wohl oder Übel“, „St. Pauli selber machen“, „Park Fiction“ und die Initiative Sternbrücke, aufgerufen.
„Wir sind auf der Straße, um den Hamburger Immobilienfilz anzuklagen. Es gibt an jeder Straßenecke neue Bauprojekte, die wie Pilze aus dem Boden schießen, ohne dass die Bürger und Bürgerinnen beteiligt werden“, sagte Veronika Pramor von der Initiative St. Pauli Code Jetzt. Man wolle die Bevölkerung informieren, zum Beispiel über das Pauli-Haus, das abgerissen werden soll, um ein Bürogebäude zu errichten.
Nicht nur Gebäude selbst wurden aufgesucht, der Protest formierte sich zum Beispiel auch vor dem SPD-Büro auf St. Pauli.
Hamburg: Protest gegen Sternbrücke
Ebenfalls Thema: Die Abrisspläne der Sternbrücke, die zuletzt für große Diskussionen sorgten und immer breiteren Widerstand provozieren. Die alte Brücke soll ersetzt werden, Pläne der Deutschen Bahn sehen einen riesigen Neubau vor. Der Senat rund um Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) schaffte zuletzt Fakten, will das Projekt endlich durchboxen.
Doch mittlerweile gibt es selbst aus Reihen der SPD-Kritik und eine Petition zur Verhinderung der Pläne zählt über 11.000 Unterschriften. „Dem Senat weht aus Altona und St. Pauli eine steife Brise ins Gesicht. Der Walk of Shame im breiten Bündnis mit anderen Initiativen ist ein klares Signal: So wollen wir nicht regiert werden“, so Stefan Steinberg von der Initiative Sternbrücke.(mp)