Kind spielt auf Spielplatz (Symbolbild)

Ein Kind auf der Rutsche. Unfälle auf Spielplätzen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. (Symbolbild) Foto: picture alliance / imageBROKER | Michael Weber

Unfallschwerpunkt Spielplatz: So verhindern Eltern schwere Verletzungen

Sobald die Sonne rauskommt, zieht es Familien auf Spielplätze. Doch manchmal endet der Spaß auf Schaukeln, Rutschen & Co. im Krankenhaus – ein Experte sagt, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

„Jedes Jahr behandeln wir zahlreiche Kinder mit Spielplatzverletzungen im AKK“, sagt PD Dr. Dirk Sommerfeldt, Leiter der Kinderunfallchirurgie am Altonaer Kinderkrankenhaus. Am häufigsten diagnostizieren die Ärzte Knochenbrüche, Platzwunden und Gehirnerschütterungen. Laut Statistik passieren rund 17 Prozent aller Kinderunfälle auf öffentlichen Spielplätzen oder in Sportanlagen.

So wird der Spielplatz sicherer – Tipps vom Profi

Der Arzt warnt besonders vor beweglichen Teilen wie Scharnieren, die zu Fingerquetschungen und Risswunden führen können. Außerdem: „Ein großes Risiko bergen auch Balkenschaukeln, von denen Kinder unkontrolliert abspringen, oder Nestschaukeln, die ruckartig angeschubst werden.“

Doch ein paar einfache Maßnahmen können bereits helfen, um das Risiko zu minimieren. „Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder altersgerechte Spielgeräte nutzen und ihre Kinder auf dem Spielplatz beaufsichtigen“, sagt Dr. Sommerfeldt. Auch ein schneller Sicherheitscheck vor dem Spiel kann Leben retten: Sind Schrauben locker? Gibt es Holzsplitter? Der Spielplatz sollte zudem eine sichere Abgrenzung zur Straße haben.

Wenn’s doch passiert: Ruhe bewahren ist das Wichtigste

Zudem sollten sämtliche Spielgeräte im Boden fest verankert sein. Bei Klettergerüsten sollte die Maximalhöhe außerdem geringer als zwei Meter sein, um schwere Stürze und Fallverletzungen zu vermeiden. Fallschutzmatten, Rindenmulch oder Sand können Stürze abfedern und Verletzungen verhindern. Auch Kleidung spielt eine Rolle: Lange Schals oder offene Schnürsenkel können gefährlich werden. Und: Helme bitte runter beim Spielen!

Stürzt ein Kind – Ruhe bewahren! Bewegt es Arme und Beine normal? Dann ist meist nichts gebrochen. Aber: Starke Schmerzen oder Schiefstellungen können auf Brüche hindeuten, Übelkeit oder Schwindel auf eine Gehirnerschütterung. Dann heißt es: ab zum Arzt. Kleine Wunden? Pflaster drauf. Stärkere Blutungen? Mit einem sauberen Tuch abdecken – und im Zweifel den Notruf wählen.

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Die Verantwortung liegt im Ernstfall immer bei den Erziehungsberechtigten: „Eltern können viel dazu beitragen, dass Spielplatzbesuche mit ihren Kindern sicher bleiben“, sagt Dr. Sommerfeldt. Wer mit offenen Augen dabei ist und seinen Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt hat, kann im Notfall schnell handeln.

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