Taschenrechner und Stift

Der Fachberater der Krankenkasse muss sich mit Krankheitsbildern auskennen und rechnen können. Foto: IMAGO/Dreamstime

Er schaut Kliniken auf die Finger: Was verdient eigentlich so ein Fachberater?

Über Geld spricht man nicht? Oh doch! Wir machen jede Woche mit Menschen aus Hamburg den Kassensturz. Heute: Ein Fachberater bei einer Krankenkasse.

Ich bin Fachberater im Bereich Kliniken bei einer Krankenkasse. Ich überprüfe nach medizinischen und formalen Gesichtspunkten, ob Krankenhausrechnungen korrekt sind.

Seit 2002 wird in Deutschland nach dem DRG-System abgerechnet. DRG steht für „diagnosis related groups“. Es bedeutet, dass die Krankenkasse nicht mehr für die Verweildauer eines Patienten in der Klinik bezahlt, es wird stattdessen über sogenannte Fallpauschalen abgerechnet. Das zu überprüfen, ist mitunter ein sehr aufwendiger Prozess.

„Ich muss prüfen, ob die Rechnung plausibel ist“

Bei manchen Fällen ist es relativ einfach. Da erleidet zum Beispiel ein Mann mehrere Rippenbrüche. Nach einiger Zeit kommt eine Lungenentzündung hinzu. Ich muss jetzt prüfen, ob das plausibel ist, die dafür in Rechnung gestellten Kosten korrekt sind. Eine Lungenentzündung nach einem Rippenbruch ist eine häufige Komplikation, denn wegen der Schmerzen atmet der Patient nicht mehr tief genug ein. Durch diese Schonatmung werden die Lungenbläschen nicht mehr ausreichend „belüftet“, es entwickelt sich dann oft eine Lungenentzündung.

Ich bin gelernter Krankenpfleger und habe neun Jahre in dem Beruf gearbeitet, davon die meiste Zeit „auf Station“. Das kommt mir nun natürlich zugute. Als damals das Abrechnungssystem umgestellt wurde, haben die Krankenkassen gezielt medizinisch ausgebildetes Personal gesucht, denn dort arbeiten vor allem Sozialversicherungsfachangestellte, deren Ausbildung eine ganz andere ist.

„Mein Gehalt ist gut – etwa 60.000 Euro brutto im Jahr“

Ich mache meinen Job sehr gerne, die Arbeitsbedingungen stimmen: 38,5-Stunden-Woche, Gleitzeit, wir dürfen im Homeoffice arbeiten, es gibt regelmäßig Fortbildungen durch Fachleute.

Mein Gehalt ist gut, ich verdiene etwa 60.000 Euro brutto im Jahr. Aber wichtig ist mir vor allem, dass ich meine Arbeit gern mache. Ich empfinde es gar nicht so als Arbeit, es macht mir Freude, mich mit medizinischen Sachverhalten zu beschäftigen.

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Und: Die schlimmen Schicksale, von denen ich im Rahmen meiner Arbeit – anonymisiert – erfahre, machen mich jeden Tag aufs Neue dankbar, dass ich gesund bin.

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