Hamburger Hotel feiert Neustart – doch im Erdgeschoss gibt’s schlechte Nachrichten
Kurz nach der Eröffnung des Ninetynine-Hotels in Bergedorf begann der Ukraine-Krieg und das hatte Folgen. Statt Touristen und Business-Reisenden wurden Geflüchtete dort untergebracht. Doch nun kommt ein Neustart mit neuem Namen – allerdings steht die Gastronomie im Erdgeschoss nun unter keinem guten Stern.
Nachdem fast drei Jahre lang mehr als 200 Geflüchtete im Hotel am Weidenbaumsweg zentral in Bergedorf untergebracht waren, ist es seit Kurzem wieder komplett für reguläre Hotelgäste vorgesehen. Das zentral gelegene Hotel mit Blick auf den Serrahn heißt nun Vienna House Easy by Wyndham und bietet 129 Doppelzimmer an. Die HR-Group hatte das Ninetynine im vergangenen Jahr übernommen.
Hamburg hatte Hotel komplett für Geflüchtete gebucht
Die Stadt Hamburg hatte das Hotel nur wenige Monate nach der Eröffnung komplett für die Unterbringung von Geflüchteten gebucht, vor allem für Familien mit Kindern aus der Ukraine. Ende Januar 2025 sind alle Geflüchteten ausgezogen und es mussten neue Unterbringungen für sie organisiert werden.
Wie die Sozialbehörde gegenüber der „Bergedorfer Zeitung“ sagte, bekamen sie alle andere Plätze in öffentlicher Unterbringung – soweit möglich in der Nähe. Offenbar war die Umstellung sehr plötzlich erfolgt. Zumindest hatte die Sozialbehörde der MOPO auf Nachfrage im Dezember 2024 noch geantwortet, man könne auf die Hotel-Unterkünfte in Bergedorf nicht verzichten. Die AfD hatte den Finger immer wieder in die Wunde gelegt und nachgefragt, wie viele Geflüchtete in Hotels in Bergedorf untergebracht seien und was das koste.
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Für den Hotel-Neustart gibt es auf Bewertungsportalen schon mehrere hundert Bewertungen. Gelobt werden Sauberkeit, freundliches Personal und der schöne Blick auf den Bergedorfer Hafen. Zudem ist die Hamburger City von dort mit der Bahn gut zu erreichen. Ein normales Doppelzimmer kostet um die hundert Euro, in Ferien und bei besonderen Anlässen auch bis zu 175 Euro.
Hotel mit Neustart – doch die Gastro ist pleite
Im Erdgeschoss des Hotels befindet sich ein „Sausalitos“, die Bar öffnet immer um 17 Uhr. Dass kurz nach der Eröffnung Geflüchtete ins Hotel zogen, war sicherlich kein Vorteil für die Gastronomie, die auch auf Hotelbesucher als Gäste gesetzt hatte. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, ist die TexMex-Kette, die in Hamburg drei Läden hat (Reeperbahn, Chilehaus, Bergedorf), insolvent. Der Betrieb in Bergedorf soll zumindest bis Ende Mai aufrechterhalten werden, womöglich auch darüber hinaus. Der Hotelbetrieb könnte die Rettung bedeuten.
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