Blick über das Vorfeld des Flughafens Hamburg (Archivbild).

Blick über das Vorfeld des Flughafens Hamburg (Archivbild). Foto: Hamburg Airport / Oliver Sorg

Hamburgs Flughafen macht Plus – und will investieren

Man gibt sich optimistisch, betont Rekorde und solche, die zumindest so aussehen, kündigt Investitionen an – und muss trotzdem zugeben, dass die Grenze des Wachstums wohl vorerst erreicht ist.

14,8 Millionen: So viele Menschen starteten und landeten im vergangenen Jahr am Hamburger Flughafen und bescherten dem städtischen Unternehmen so einen Umsatz von 284,6 Millionen Euro (2023: 259,4 Millionen Euro). Immerhin 20,4 Millionen davon bleiben als Gewinn übrig, deutlich mehr als 2023 (6,6 Millionen Euro).

Airport-Chef Christian Kunsch erklärt, man habe ursprünglich mit rund einer halben Million Passagieren weniger gerechnet und identifiziert den Flughafen selbst als Treiber der gestiegenen Reiselust: „Unsere Investitionen in den Komfort und in reibungslose Abläufe vor Ort zahlen sich aus.“

Christian Kunsch und Berit Schmitz präsentieren die Jahresbilanz des Flughafens. Hamburg Airport / Oliver Sorg
Christian Kunsch und Berit Schmitz präsentieren die Jahresbilanz des Flughafens.
Christian Kunsch und Berit Schmitz präsentieren die Jahresbilanz des Flughafens.

In diesem Zusammenhang kündigt er auch gleich weitere Modernisierungen an. Unter anderem sollen die (arg angejahrten) Sanitäranlagen bis 2027 modernisiert werden, dazu „neue Kinderspielecken, mehr Wasserspender, moderne Sitzbereiche und komfortable Lounge-Ecken“ geschaffen werden. Außerdem sollen die Gepäckförderanlage in Terminal 1 und die Airport Plaza modernisiert werden, dafür sind weitere 80 Millionen Euro eingeplant.

Der Flughafen und die Grenzen des Wachstums

Die schon im Januar erstmals präsentierte Zahl der Passagiere setzt sich deutlich anders zusammen als noch vor einigen Jahren: Seit der Pandemie ist die Zahl der Geschäftsreisenden eingebrochen, beträgt nur noch rund ein Fünftel der Gesamtzahl. Die Zahl der Urlauber hingegen ist beinahe wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Das ist zwar eine gute Nachricht für den Flughafen, heißt aber auch: Große Sprünge sind nicht mehr zu erwarten, beim Airport rechnet man für 2025 mit ähnlichen Zahlen wie im vergangenen Jahr.

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Zum Vergleich: 2019 gingen noch 17,3 Millionen Passagiere und damit rund zweieinhalb Millionen mehr am Flughafen ein und aus. Um mittel- und langfristig attraktiver zu werden, wird nun in den Komfort investiert. Bereits erfolgreich abgeschlossen seien die Maßnahmen rund um die Sicherheitskontrolle und die Abfertigung am Gate, die laut Airport dazu geführt hat, dass „ein Großteil der Reisenden die Sicherheitskontrolle in weniger als zehn Minuten durchlaufen“ konnte. Nun also Klos und neue Sofas, Wasserspender, Kinderspielecken und – eine neue Raucherlounge mit Vorfeldblick.

Flughafen Hamburg will 2035 CO2-neutral sein

Weniger augenfällig, dafür deutlich ambitionierter: Das Projekt „NetZero 2035“, in das der Flughafen in den kommenden zehn Jahren insgesamt 250 Millionen Euro investiert, mit eigenem Windpark, alternativen Antrieben im Fuhrpark und einem neuen Fernwärmevertrag. So will man in zehn Jahren als erster Flughafen Deutschlands den Bodenbetrieb rechnerisch ohne CO2-Emissionen erreichen.

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