So soll die Rodigallee einmal aussehen: Der hier im Bild linke Fahrstreifen wird unter bestimmten Umständen nur für Busse und ganz bestimmte Fahrzeuge freigegeben.

So soll die Rodigallee einmal aussehen: Der hier im Bild linke Fahrstreifen wird unter bestimmten Umständen nur für Busse und ganz bestimmte Fahrzeuge freigegeben. Foto: BVM

Mega-Verkehrsumbau im Hamburger Osten: Jetzt wird geklagt

Das Gesicht der Rodigallee im Hamburger Osten soll sich schon bald grundlegend verändern: Statt vier Fahrstreifen für Autos soll es künftig nur noch drei geben. Eine Fahrspur soll zudem nur für ganz bestimmte Nutzer freigegeben werden – deutschlandweit zum ersten Mal überhaupt. Das gefällt allerdings nicht allen: Die Bürgerinitiative, die seit Jahren gegen den Umbau ankämpft, hat jetzt sogar Klage eingereicht.

„Sollte die wichtigste Verbindungsstraße im Hamburger Osten verloren gehen, wird ein Dominoeffekt einsetzen, der den Rückbau funktionaler Infrastruktur zügig vorantreiben könnte“, befürchtet Holger Neumann von der Bürgerinitative „Rettet die Rodigalle“. „Die Bevölkerung weiß, dass eine leistungsfähige Infrastruktur die grundlegende Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg sowie für Wohlstand und Fortschritt darstellt.“

Das sind die Umbau-Pläne für die Rodigallee

Durch die Pläne der Verkehrsbehörde von Senator Anjes Tjarks (Grüne) sehen sie diese leistungsfähige Infrastruktur bedroht. Künftig soll es statt vier nur noch zwei normale Fahrspuren auf der Rodigallee geben. Eine dritte Fahrspur, eine sogenannte „Car Pool Lane“ ist stadteinwärts auf insgesamt 3,5 Kilometern zwischen Jüthornstraße und Öjendorfer Damm geplant. Das bedeutet: Hier dürfen nur Busse, Taxis, E-Fahrzeuge und solche Autos fahren, in denen mindestens drei Personen sitzen.

Die Rodigallee heute: Autos haben zwei Fahrspuren pro Richtung und der Radverkehr verläuft auf dem Gehweg. Patrick Sun
Die Rodigallee heute: Autos haben zwei Fahrspuren pro Richtung und der Radverkehr verläuft auf dem Gehweg.
Die Rodigallee heute: Autos haben zwei Fahrspuren pro Richtung und der Radverkehr verläuft auf dem Gehweg.

Das hatte die neue Ampel-Regierung im Bezirk Wandsbek in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart – die grüne Verkehrsbehörde von Senator Anjes Tjarks (Grüne) stimmte in Abstimmung mit der Polizei zu. Die soll künftig jedoch nicht am Straßenrand stehen und Insassen zählen – wird aber bei Verstößen informiert. Bußgelder könnten dann in Höhe von 15 bis 35 Euro verhängt werden.

Bürgerinitiative klagt gegen Umbau-Pläne der Rodigallee

Mehr als 7000 Unterstützer haben sich der Ini zufolge bei einer Online Petition gegen den Umbau ausgesprochen. Sie fühlen sich von den Parteien im Bezirk und der Verkehrsbehörde ignoriert, sprechen von einer „Missachtung demokratischer Grundprinzipien“. Deshalb haben sie jetzt Klage beim Verwaltungsgericht gegen die Pläne eingereicht.

„Die Klage haben sich SPD und Grüne selbst eingebrockt“, kommentiert Ralf Niedmers von der Wandsbeker CDU. „Hamburg ist als Wirtschaftsmetropole auf leistungsfähige Verkehrswege angewiesen. Die Baustellenlage auf der Rodigallee, die bis heute andauert, macht deutlich, welches Stauchaos durch den Umbau dauerhaft droht.“

Allerdings: Sollte es auf der Rodigallee, wo immerhin täglich bis zu 23.000 Fahrzeuge unterwegs sind, zu Stau kommen, kann die Verkehrsleitzentrale der Polizei die „Car Pool-Lane“ auch für alle Pkw wieder freigeben. Das erfolgt laut der Verkehrsbehörde dann über digitale Anzeigeschilder, wie es sie zum Beispiel schon am Elbtunnel gibt. Los gehen sollen die Bauarbeiten zwischen April und Ende Juni 2025.

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