Virtueller Hamburg-Flug und G20-Einsatz in der Schanze: Discovery Dock eröffnet neu
Mit dem Auto über Hamburg fliegen oder als Reporter:in im Einsatz beim G20-Gipfel in der brennenden Schanze: Das Discovery Dock eröffnet am 2. Juni mit einem erweiterten Angebot neu. Mehr Interaktivität und mehr Hamburg soll die neue Ausstellung bieten – aber klappt das auch? Hamburger Experten und Besucher haben sie vorab getestet.
Nun kommt monatelanges Tüfteln zum Ende: Das Discovery Dock (gehört zur MOPO) in der HafenCity eröffnet mit den Virtual-Reality-Erlebnissen rund um den Hafen neu. Die größten Neuerungen: Ein Rundflug per VR-Brille über die Stadt, VR-Konzerte von Hamburger Musiker:innen und ein Raum für Sonderausstellungen, die zukünftig wechseln können.
Discovery Dock in Hamburg: G20-Gipfel hautnah
Der Hamburger G20-Gipfel, der sich Anfang Juli zum fünften Mal jährt, macht da den Anfang. Besucher:innen können sich an vier Stationen per VR-Brille direkt in die Schanze begeben – und die Ereignisse als „Fotoreporter:in“ aus nächster Nähe erleben.

Um die Demonstrierenden dafür möglichst realistisch aussehen zu lassen, wurden per Motion-Capture-Verfahren die Bewegungen echter Menschen erfasst, die nun in der virtuellen Realität auftauchen..

Ein Aufwand, der sich offenbar gelohnt hat: „Eindrucksvoll war die G20-Experience, die die Ausschreitungen zeigt – das ist, als würde man das selbst erleben“, sagt Testerin Veronica A. von der „BSP Business & Lawschool“ zur MOPO. Ihre Kommilitonin Muria A. ergänzt: „Ich hatte das Gefühl weglaufen zu müssen, so echt war das.“ Die 24-Jährige fand die Station „etwas bedrohlich“.
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Marius Röer ist seit 20 Jahren freier Fotoreporter und war beim G20-Gipfel selbst im Auftrag der MOPO in der Schanze unterwegs – und wurde dabei auch selbst körperlich angegangen. Nun hat er sich im Discovery Dock per VR-Brille erneut in die Situation begeben. „Da kommen Erinnerungen wieder hoch“, sagt Röer. „Aber es ist die beste Möglichkeit, die damaligen Szenen zu transportieren“, findet der 41-Jährige.

„Sich Fotos oder Videos anzusehen ist etwas völlig anderes als sich selbst räumlich in die Situation zu begeben – auch wenn man sich hier natürlich sicher fühlen kann und keine Angst haben muss, dass man angegangen wird.“
Tourismus in Hamburg: Stadt-Rundflug ist ein Highlight
Auch Hubert Neubacher, Inhaber von „Barkassen Meyer“, stellt dem neuen Discovery Dock ein gutes Zeugnis aus. Für ihn ist das Hafenmodell immer noch eines der Herzstücke der Ausstellung.

Doch auch den neuen, neunminütigen Rundflug mit einem Auto über die Stadt entlang der alten Wallanlage empfiehlt er: „Das ist eine Perspektive, in der sonst nur die Wenigsten Hamburg erleben können“, sagt Neubacher, der sich in der hiesigen Tourismusszene gut auskennt. „Man kann sogar aufstehen – aber man sollte keine Höhenangst haben“, sagt er und lacht.

Insgesamt sei die Ausstellung interaktiver geworden, weil es nun mehr VR-Brillen gebe. Der Rundflug fand auch bei anderen Test-Besucher:innen großen Anklang: „Ich habe superviel wiedererkannt und fand es toll, Hamburg mal aus der Vogelperspektive zu sehen“, sagt Student Theodor T.

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Neben neuen Attraktionen und dem erweiterten MOPO-Archiv mit Wissenswertem zu berühmten Hamburger:innen wie Jan Fedder, Heidi Kabel oder Helmut Schmidt können Besucher:innen weiterhin per VR-Brille das Trockendock 17 bestaunen, selbst einen Container entladen – oder per „Röntgensuche“ eine Containerwand auf Schmuggelware untersuchen. Für das gesamte Angebot wurde die Besucherzeit auf zwei Stunden verlängert. Das Discovery Dock finden Sie unter der Adresse Am Kaiserkai 60.
Mehr Virtual-Reality-Erlebnisse gibt es übrigens beim „VRHAM! Festival 2022″ – einem Festival der internationalen virtuellen Kunstszene mit Sitz in Hamburg. Die aktuelle Ausstellung „Ultramarin – An Immersive Exhibition” dreht sich komplett um das Thema Wasser. Besucher:innen sollen in die virtuellen Werke verschiedener Künstler eintauchen können. Dabei kommen etwa VR, Augmented Technology und Projektionen zum Einsatz. Auch NTFs sind Teil der Ausstellung. „Ultramarin” ist am 2. und 3. Juni im Hamburger Oberhafenquartier geöffnet. (ncd)
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