Wolfgang Schmidt (SPD), Chef des Bundeskanzleramts

Wolfgang Schmidt (SPD), Chef des Bundeskanzleramts Foto: dpa

Scholz-Vertrauter verpasst Mandat – doch ein Kniff könnte ihn retten

Kommt Wolfgang Schmidt doch noch in den Bundestag? Der Chef des Bundeskanzleramtes hatte den Einzug in seinem Wahlkreis knapp verpasst, nun soll es laut Medienberichten möglicherweise eine Personalrochade geben, um ihm doch noch den Einzug zu ermöglichen.

Es war das spannendste Duell im Hamburger Bundestagswahlkampf mit einem denkbar knappen Ergebnis: Wolfgang Schmidt (54), (Noch-)Chef des Bundeskanzleramtes und engster Vertrauter des scheidenden Bundeskanzlers Olaf Scholz, bewarb sich um das Bundestagsmandat im Wahlkreis Eimsbüttel, nachdem Niels Annen (51) zuvor angekündigt hatte, dort nicht mehr kandidieren zu wollen.

Er verlor den Wahlkreis mit 2909 Stimmen an Till Steffen (Grüne) und zog trotz Listenplatz 1 seiner Partei aufgrund des neuen Wahlrechts nicht in den Bundestag ein.

Personalrochade für Schmidt?

Nun könnte der Einzug mit einer Personalrochade doch noch gelingen. In der SPD gibt es laut dem Medienportal „The Pioneer” nämlich Überlegungen, eine(n) der drei Hamburger SPD-Abgeordneten (Aydan Özoğuz, Falko Droßmann, Metin Hakverdi) in den Hamburger Senat zu berufen, um Wolfgang Schmidt auf Listenplatz 1 in den Bundestag „nachziehen” zu lassen.

Dazu müsste ein aktuelles Senatsmitglied „wegbefördert” werden. Laut Portal würde es wohl ein „politisches Nachwuchstalent” treffen, beispielsweise die derzeit jüngsten SPD-Senatsmitglieder Ksenja Bekeris (46) und Melanie Leonhard (47). Eine Alternative dazu wäre, dass die SPD einen zusätzlichen Senatsposten aushandelt.

„Die Fraktion will nicht auf seine Expertise verzichten”

Der Einzug von Wolfgang Schmidt scheint für die SPD deshalb so wichtig zu sein, weil sie durch ein historisch schlechtes Wahlergebnis viele erfahrene Abgeordnete verloren hat, wie ein SPD-Politiker dem Portal mitteilte. Wolfgang Schmidt hat jahrelang für Olaf Scholz die Geheimdienste in Berlin koordiniert und viele Kompromisse in der Ampel ausgehandelt. Fähigkeiten, die in der neuen Bundestagsfraktion unter Schwarz/Rot offenbar gebraucht werden.

Das könnte Sie auch interessieren: Nach Ampel-Aus: Hamburger FDP-Mann ist plötzlich Sozi

Eine mögliche Kandidatin für einen Senatorenposten könnte Aydan Özoğuz (57) sein, die laut „Tagesspiegel” keinen Rückhalt mehr hat, noch einmal Bundestagsvizepräsidentin zu werden. Falko Droßmann wurde erst im vergangenen Oktober zum verteidigungspolitischen Sprecher gewählt, Metin Hakverdi ist als Mitglied des mächtigen Haushaltsausschusses eine wichtige finanzielle Schnittstelle zwischen Hamburg und Berlin.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test