Neue Umfrage: Wird es noch mal eng für Rot-Grün in Hamburg?
Eine neue Umfrage kurz vor der Bürgerschaftswahl am Sonntag zeigt eine kleine, aber wichtige Verschiebung. Die dürfte vor allem den Grünen überhaupt nicht gefallen.
Lange Zeit schien es ausgemacht, dass es in Hamburg weitergeht wie bisher: Rot-Grün hatte in allen Umfragen eine komfortable Mehrheit. Doch die schrumpft laut einer neuen Umfrage auf der Zielgeraden zusammen. Und das dürfte gerade bei den Grünen rund um Spitzenkandidatin Katharina Fegebank für Stirnrunzeln sorgen.
Denn erstmals seit 2018 fallen sie in einer Umfrage hinter die CDU zurück. Das Meinungsforschungsinstitut Insa ermittelte für die „Bild“ folgende Werte: Die SPD bleibt stabil bei 32 Prozent, dahinter auf dem zweiten Platz die CDU mit 17 Prozent. Erst danach kommen die Grünen mit 16 Prozent. Vor der Bundestagswahl am 23. Februar veröffentlichte Befragungen anderer Institute hatten die Grünen in Hamburg jeweils vor der CDU gesehen.
Bürgerschaftswahl: Tschentscher kann sich Partner aussuchen
Das heißt: Peter Tschentscher könnte sich den Koalitionspartner aussuchen, wie Insa-Chef Hermann Binkert bei der „Bild“ erläutert: „Trotz deutlicher Verluste bleibt die SPD mit großem Abstand die stärkste politische Kraft in Hamburg. Sie stellt weiter den Bürgermeister, könnte aber den Koalitionspartner wechseln. Auch SPD und CDU kämen auf eine parlamentarische Mehrheit.“
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Grund zur Freude dürfte es besonders bei der Linken geben: 13 Prozent sagt die aktuelle Umfrage der Partei voraus, mehr als je zuvor. Sie steigert sich damit im Vergleich zur letzten Infratest-dimap-Umfrage kurz vor der Bundestagswahl um 3 Prozentpunkte. Die AfD bliebe mit 11 Prozent deutlich hinter dem Bundestrend zurück. FDP und BSW würden mit je 3 Prozent in der neuen Bürgerschaft keine Rolle spielen.
Das Institut mit Sitz in Erfurt hat 1000 Hamburgerinnen und Hamburger vom 24. bis 26. Februar online befragt. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von 3,1 Prozentpunkten an. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
SPD landete 2020 noch bei 39 Prozent
2020 hatte die SPD die Bürgerschaftswahl mit 39,2 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Zweitstärkste Kraft wurden die Grünen mit 24,2 Prozent. Die CDU fuhr mit 11,2 Prozent ihr bis dato historisch schlechtestes Ergebnis in der Hansestadt ein. Die Linke zog mit 9,1 Prozent der Stimmen in die Bürgerschaft ein, die AfD mit 5,3 Prozent.
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