Einsatz in Harburg

Schwer bewaffnete Polizisten umstellten das Wohnhaus in der Geraden Straße und forderten Anwohner auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Foto: Lenthe-Medien/Reimer

Großeinsatz: Plötzlich ist alles voller schwer bewaffneter Polizisten

Großeinsatz der Polizei im Harburger Phoenix-Viertel: Ein Jugendlicher spielt am Freitagabend online Computerspiele, als plötzlich nach einem dramatischen Notruf schwer bewaffnete Beamte vor seiner Tür stehen. Und das nicht zum ersten Mal. Schnell wird klar: Es handelt sich um einen Fake-Anruf.

„Mein Sohn spielt harmlose Online-Computerspiele, trotzdem steht die Polizei immer wieder vor unserer Tür“, klagt der Vater des 17-Jährigen. Um 18 Uhr ging bei der Hamburger Polizei ein Notruf ein, der ein massives Bedrohungsszenario schilderte und einen Großeinsatz auslöste.

Vater klagt: „Polizei immer wieder vor unserer Tür“ – Anwohner unter Schock

Schwer bewaffnete Polizisten umstellten das Haus des Jungen in der Geraden Straße, versperrten die Zugänge und forderten die Anwohner auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Nachdem die Anwohner in Sicherheit waren, durchsuchten die Beamten das Haus und die Wohnung des Opfers.

Der Einsatz war um 19.15 Uhr beendet. Anwohner standen unter Schock: „Ein Polizist hat zu meiner Mutter gesagt, wir sollen sofort wieder in unsere Wohnung gehen. In einer Wohnung auf der anderen Straßenseite sei geschossen worden“, berichtet Zeugin Christina S. „Dabei wollte meine Mutter nur zum Penny-Markt, da bekommt man schon Angst, wenn schwer bewaffnete Polizisten im Hauseingang in Deckung gehen“, so die besorgte Anwohnerin.

„Swatting“: Auch bekannte YouTuber Trymacs und MontanaBlack betroffen

„Wir vermuten, dass der Notruf missbraucht wurde“, sagte ein Polizeisprecher, ohne weitere Details zu nennen. Bei der Masche handelt es sich um sogenanntes „Swatting“, eine perfide Form der Falschmeldung, bei der Unbekannte die Daten von Streamern ausspionieren und gezielt falsche Notrufe absetzen, um Spezialeinheiten zu alarmieren – oft mit dem Ziel, Streamer oder Influencer während einer Liveübertragung zur eigenen Belustigung zu erschrecken oder gar in Gefahr zu bringen.

Auch die YouTube-Stars MontanaBlack und „Trymacs“ sind bereits Opfer dieser Masche geworden. Wer hinter dem Fake-Notruf steckt, ist noch unklar. Die Täter sind schwer zu ermitteln.

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