„Schamlos“: Mehrere Bäume an der Sternbrücke gefällt
Aufregung an der Sternbrücke in Altona: Dort wurden am Montagvormittag plötzlich mehrere Bäume gefällt. Die Initiative, die gegen den umstrittenen Neubau der Sternbrücke kämpft, versuchte die Aktion noch vor Ort zu stoppen. Was steckt dahinter?
„Noch in der letzten Woche haben wir ausführlich dargelegt, dass der Neubau der Sternbrücke eine groteske Fehlplanung ist, der Bahn eine Mediation im Klageverfahren angeboten und eine Neuplanung gefordert“, empört sich Marlies Thätner, Sprecherin der Initiative Sternbrücke. „Unmittelbar danach mit den Baumfällungen zu beginnen, ist schamlos und zeigt, was die Bahn von den Menschen vor Ort hält: nichts.“
Sternbrücke: Bäume an der Max-Brauer-Allee gefällt
Ein Bahnsprecher bestätigt auf MOPO-Nachfrage die vorher genehmigte Fällung von sechs Bäumen an der Max-Brauer-Allee. Diese standen vor der Baustellenfläche, der sogenannten „Brammerfläche“ zwischen Schulterblatt, Lippmannstraße und dem Bahndamm, wo früher der Beachclub Central Park beheimatet war.

Laut des Sprechers mussten die Bäume Platz machen, damit von April bis November große Stahlteile per Schwerlasttransport auf die Baustellenfläche transportiert werden können.
Die neue Brücke an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße soll einmal 108 Meter lang und 26 Meter hoch sein – und damit viermal höher als ihre Vorgängerin. Das sei ein städtebaulicher Skandal, finden die Initiativen „Sternbrücke“ und „Prellbock Altona“, die das neue Modell „Monsterbrücke“ getauft haben.
Die Deutsche Bahn spricht hingegen von einem „wichtigen Baustein für eine starke Schiene“. Die 1926 eröffnete Brücke müsse erneuert werden, um „zuverlässig und fit“ zu bleiben. Mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzüge fahren dort täglich drüber. Unter dem Neubau will die Verkehrsbehörde mehr Platz für Busse und Fahrräder schaffen.

Vom 8. bis 20. März sind laut der Bahn jetzt erst einmal Kampfmittelsondierungen, Kabelarbeiten und der Bau von Lärmschutzwänden geplant. Ab Juli beginnt das Unternehmen dann mit dem Einbau von Ersatz-Bahngleisen, damit der Bahnverkehr auch während den Bauarbeiten weiter fahren kann. Bis Ende Februar werden jetzt noch drei weitere Bäume auf Grundstücken der Deutschen Bahn gefällt, dann soll bis Oktober 2025 erst einmal Schluss sein. Die Brücke selbst soll in den Sommerferien 2026 abgerissen und durch den Neubau ersetzt werden.
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