Schwiegersohn des Elbtower-Investors kandidiert für die CDU
Michael Becken (44) ist Professor für Immobilienmanagement an der Northern Business School und arbeitet in der Geschäftsführung des Immobilienimperiums seines Schwiegervaters Dieter Becken. Nun will der Schwiegersohn des Elbtower-Investors in die Bürgerschaft einziehen, wurde vom CDU-Bürgermeisterkandidat Dennis Thering ins Kompetenzteam geholt und steht auf der Wahlliste der CDU auf Platz 19. Dabei teilt der Polit-Quereinsteiger nicht alle Positionen des Hamburger Landesverbandes.
Die CDU und die Familie Becken, da gab es schon mal eine enge Verbindung: „Ole von Beust hat meinen Schwiegervater vor 20 Jahren ins Kompetenzteam geholt“, sagt Michael Becken: „Dennis Thering sprach mich für sein Kompetenzteam an und hat mich später überzeugt, mich für die Landesliste aufstellen zu lassen.“
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Und noch etwas verbinde ihn mit seinem Schwiegervater: Beide sind „Flüchtlingskinder“, wie Michael Becken sagt. Er sei als polnischer Spätaussiedler im Alter von acht Jahren mit Eltern, Onkel und Tante nach Hamburg gekommen, nach Mümmelmansberg, wo der Großvater bereits wohnte: „Ich bin in Mümmelmannsberg und Billstedt-Horn groß geworden“, sagt der Immobilienexperte: „Wir haben längere Zeit mit neun Personen auf 45 Quadratmetern gewohnt.“ Wie schwer es ist, für einkommensschwache Familien, eine bezahlbare Wohnung zu finden, das kenne er aus eigener Erfahrung, die Familie habe schließlich mit Glück eine Genossenschaftswohnung gefunden.
Der Schwiegervater ist ein bekannter Baulöwe
Becken Senior baute in den 90er Jahren zahlreiche Sozialwohnungen in Hamburg, als Kredite billig und städtische Grundstücke noch günstig zu haben waren. Diese investorenfreundlichen Bedingungen, fordert der Schwiegersohn des Baulöwen, müsse die Stadt wieder herstellen: „Die Stadt muss günstige Grundstücke und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, und weniger Anforderungen an den Baukörper stellen, dann werden private Investoren wieder motiviert, in Sozialwohnungen zu investieren.“ In Wilhelmsburg, Billstedt und Harburg sieht Becken Potential für Neubauten, in der Innenstadt für Nachverdichtungen.
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Aufstocken, Dachgeschosse ausbauen, in die Höhe bauen, weniger Bürokratie und mehr Menschen ermöglichen, sich Eigentum anzuschaffen – die Rezepte des Immobilienexperten sind bekannte CDU-Forderungen. In einem Punkt jedoch weicht Becken von der Parteilinie ab: „Die Ablehnung von Oberbillwerder teile ich in der Form nicht. Jede zusätzliche Wohnung ist dringend erforderlich und wir müssen eher mehr als weniger Areale bebauen.“ Oberbillwerder ist ein gigantisches Projekt im Bezirk Bergedorf, wo der rot-grüne Senat auf städtischem Grünland einen kompletten neuen Stadtteil plant.
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