Frau schneidet sich die Haare ab
  • Eine Frau schnitt sich in der Innenstadt aus Protest die Haare ab.
  • Foto: dpa | Jonas Walzberg

Proteste gegen iranisches Regime – Frauen schneiden sich die Haare ab

Sie verbrennen symbolisch Kopftücher und scheiden sich die Haare ab: Menschen trafen sich in Hamburg, um gegen die Diskriminierung von Frauen im Iran und gegen das Herrschaftssystem dort zu demonstrieren. Auslöser ist der Tod einer jungen Frau.

In der Hansestadt haben am Samtag auf Kundgebungen und Demonstrationen mehrere Hundert Menschen gegen das Herrschaftssystem und die systematische Diskriminierung von Frauen in dem nahöstlichen Land demonstriert. Allein auf der Sternschanze haben am Nachmittag bis zu 1000 Menschen demonstriert, sagte ein Polizeisprecher. Am Abend gab es ebenfalls eine größere Kundgebung in der Innenstadt. Eine Frau verbrannte hier symbolisch ein blaues Kopftuch. Mehrere Menschen schnitten sich als Zeichen des Protestes ihre Haare ab. Andere trugen Schilder mit Aufschriften wie „Frau! Leben! Freiheit!“ und „No 2 Hijab, No 2 islamic republic“ oder Fotos der Iranerin Mahsa Amini, die vor einer Woche im Polizeigewahrsam starb.

Demonstrationen in Hamburg gegen das Regime im Iran

Vor dem Generalkonsulat an der Bebelallee (Winterhude) versammelten sich am Nachmittag etwa 50 bis 80 Menschen auf Initiative der Organisation Nationaler Widerstandsrat Iran (NWRI) Deutschland. Die Menschen im Iran riskierten viel, sagte ein NWRI-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Sie dürften nicht alleine gelassen werden. Die Bundesregierung dürfe nicht tatenlos zusehen. Er forderte unter anderem, dass der iranische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt werden müsse und Sanktionen gegen führende Vertreter der Regierung.

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Auslöser der derzeitigen Proteste ist der Tod der 22 Jahre alten Amini. Sie war vor einer Woche von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die strenge islamische Kleiderordnung festgenommen worden. Was genau mit Amini nach ihrer Festnahme geschah, ist unklar. Bekannt ist, dass sie zunächst ins Koma fiel und am 16. September in einem Krankenhaus starb. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei weist die Vorwürfe zurück.

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