Rügen

Spaziergänger am Ostseestrand in Rügen. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa/Stefan Sauer

„Wegen der AfD“: Hoteliers beklagen Stornierungs-Welle an der Ostsee

Die Bundestagswahl hinterlässt Spuren – nicht nur in der Politik, sondern auch in der Tourismusbranche. Weil die AfD in Mecklenburg-Vorpommern mit 35 Prozent stärkste Kraft wurde, stornieren laut einem Bericht Reisende aus anderen Bundesländern ihre geplanten Aufenthalte an der Ostseeküste.

Der Tourismusbranche bereitet die Stornierungswelle Sorgen. Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, kommt es immer häufiger vor, dass Gäste ihre Buchungen absagen – ausdrücklich wegen des Wahlergebnisses. „Ich bekomme von den Mitgliedern jeden Tag Informationen, dass Gäste mit der Begründung ‚AfD‘ stornieren“, sagte Lars Schwarz, Landeschef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), der Zeitung. „Das ist ein Thema, das uns massiv umtreibt“. Schwarz ist CDU-Bürgermeister von Gnoien (Landkreis Rostock) und betreibt selbst ein Hotel.

Angst und Unsicherheit bei Ostsee-Urlaubern

Besonders in Ahlbeck auf Usedom schlägt sich das Wahlergebnis in den Buchungen nieder. So berichtet Bernd Herrgott, Chef des Hotels Strandhus, ebenfalls von ungewöhnlichen Anfragen: „Was ist los in Ahlbeck? Wir wollten im März in unserem Lieblingshotel Urlaub machen. Leider ist uns jetzt die Lust vergangen. Wir müssen wohl auf Swinemünde bzw. die Ostsee in Schleswig-Holstein ausweichen“, wird eine Urlauberin aus Lüneburg im Bericht zitiert.

Ein anderer Gast soll telefonisch abgesagt haben, weil sie sich mit ihrem dunkelhäutigen Ehemann in Ahlbeck nicht mehr sicher fühle. Dort hatte die AfD bei der Wahl 54 Prozent der Stimmen erhalten. Ein weiteres Ehepaar aus Kiel habe sich entschieden, Mecklenburg-Vorpommern dieses Jahr fernzubleiben, um „ein kleines Zeichen zu setzen“.

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Carsten Willenbockel, Chef des Steigenberger Hotels Heringsdorf, macht sich derzeit keine größeren Sorgen um den Tourismus im Nordosten und betont in der Zeitung: „Unsere Gäste kommen zum ganz großen Teil aus den östlichen Bundesländern“. Ob das Wahlergebnis tatsächlich langfristige Auswirkungen haben wird, bleibt abzuwarten. (apa)

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