Millionenbetrug mit Corona-Hilfen: Durchsuchungen auch in Hamburg
Wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug bei Corona-Finanzhilfen in Millionenhöhe ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen gegen sechs Beschuldigte. In der vergangenen Woche seien deshalb zwölf Objekte in Niedersachsen, Hamburg und Sachsen-Anhalt durchsucht worden, teilten das LKA in Hannover und die Staatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mit.
Neben dem Verdacht des Subventionsbetrugs bei Coronakrediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ermittelt die Polizei auch wegen möglicher Insolvenzverschleppung.
Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen zwei Hauptbeschuldigte, einen 40 Jahre alten Mann und eine 56 Jahre alte Frau. Der 40-Jährige soll 2020 und 2021 gemeinsam mit weiteren Beschuldigten sogenannte KfW-Schnellkredite für fünf Unternehmen der Speditionsbranche beantragt und erhalten haben, um damit auf die Folgen der Corona-Krise zu reagieren.
Verdacht auf Schaden in Millionenhöhe
Laut den Ermittlern soll der Mann mit den Anträgen aber geltende Höchstbeträge umgangen und so rund 3,5 Millionen Euro Corona-Hilfen ausgezahlt bekommen haben. Es bestehe darüber hinaus der Verdacht, dass in den Anträgen falsche Angaben gemacht und die Darlehen „zweckwidrig“ verwendet worden sein sollen – wofür genau, das teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.
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Ähnlich soll demnach auch die 56-Jährige vorgegangen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, dass auch sie in Anträgen an die KfW für ihr eigenes Unternehmen falsche Angaben gemacht hat. Die Finanzhilfen sollen danach ebenfalls für andere Zwecke verwendet worden sein. Dadurch sei ein Schaden von zwei Millionen Euro entstanden.
Bei den Durchsuchungen wurden digitale Beweismittel und Firmenunterlagen sichergestellt, teilten die Ermittler weiter mit. Diese sollen nun ausgewertet werden. (dpa)
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