Trockenheit im Norden „alarmierend“: Wassermangel bereitet Sorgen
Alarmierende Situation: In den oberen Böden herrscht in Schleswig-Holstein bereits im Frühjahr Trockenheit – und es ist kein Regen in Sicht. Für Nabu-Experten gibt es allerdings Maßnahmen gegen den Wassermangel.
Angesichts der bereits im Frühjahr andauernden Trockenheit in der Natur des nördlichsten Bundeslands warnt der Naturschutzbund (Nabu) vor Wasserverschwendung. „Mit Blick auf den Sommer muss ich ganz klar sagen: Wir müssen Wasser sparen“, sagte Sonja Sporn von der Landesstelle Wasser des Nabu Schleswig-Holstein. Denn bereits jetzt leide die Natur unter dem Wassermangel.
Mehr Maßnahmen zum Wassersparen nötig
Derzeit gebe es mit Blick auf den Dürremonitor allerdings eine Trockenheit – bis zu einer Bodentiefe von 25 Zentimetern sogar eine außergewöhnliche Dürre. „Noch sind wir nicht im Gefahrenbereich, aber alarmierend ist die Situation schon, wenn sie sich eben noch weiter verschärfen würde“, erklärte Sporn.

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Neben dem Wassersparen müsse auch Regen gespeichert, heimische Gärten weniger gewässert und mehr Böden entsiegelt werden. „Wir müssen dem Wasser ermöglichen, wieder viel mehr zu versickern“, führte die Nabu-Expertin aus. Zudem führe das Pflanzen neuer Bäume dazu – vor allem an Flüssen – dazu, dass mehr Schatten entstehe und weniger Wasser verdunste.
Klimawandel verschärft Bedingungen
Abhilfe würde ein länger andauernder Landregen bringen. „Der über mehrere Tage einfach sanft dahinplätschert, sodass dann das Wasser auch ganz langsam in den Boden einsickert“, sagte Sporn. Wind und Sonne hingegen würden die Landschaft austrocknen – diese Wetterlage zeichne sich auch für den April ab.
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Statt Landregen werde künftig ein wiederkehrender Starkregen wahrscheinlicher, der auf einer kleinen Fläche große Wassermassen mit sich bringe. Das Wasser könne dann durch die trockenen Böden nicht aufgenommen werden, und weitere Erde werde abgespült. „Durch den Klimawandel werden wir solche Bedingungen wohl häufiger haben“, sagte Sporn.
Trockenheit beeinträchtigt Leben in der Natur
Vor allem Pflanzen brauchten im Frühjahr viel Wasser, um zu keimen. So sind Sporn zufolge etwa Fichten Flachwurzler, die viel trinken und durch die Trockenheit in den oberen Böden besonders litten. Auch Moorpflanzen wie der Sonnentau haben Probleme.
Des Weiteren würden ebenfalls Tiere durch die Trockenheit beeinträchtigt: So brüten etwa Kraniche in Feuchtgebieten und bauen dort ihr Nest auf dem Boden. Wenn allerdings das Wasser fehle, können Räuber wie Wildschweine und Füchse die Eier oder Küken der Vögel erbeuten, sagte Sporn.
Umweltminister fordert anderen Umgang mit Wasser
„Wir erleben schon wieder eine wochenlange Dürreperiode mitten im Frühjahr“, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). „Das zeigt: Wir befinden uns mitten im Klimawandel – und auch wenn die Union im Bund das nicht hören will: Das einzige Mittel dagegen ist mehr Klimaschutz.“

Auffällig sei, dass es im Frühjahr vermehrt zu Trockenphasen kommen könne und dafür in anderen Zeiten mehr Regen falle. „Damit wir auch in Zukunft in diesem Land erfolgreich wirtschaften und leben können, müssen wir uns daran anpassen und unseren Umgang mit Wasser in der Landschaft grundlegend verändern“, führte Goldschmidt aus.
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So wird es auch aus seiner Sicht darum gehen, mehr Wasser in der Landschaft zu speichern – statt Landschaften zu entwässern. Der Minister betonte: „Der wichtigste Schritt ist jetzt, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass uns mehr Wasser in der Landschaft widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels macht.“ (dpa/mp)
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