Corona-Exil: Warum Urlaub in Dubai gefährlich ist
Dubai –
Und die Hände zum Himmel! Poser-Profis posieren scharenweise mit karnevalesk emporgereckten Extremitäten, im Hintergrund ragt das phallische Wahrzeichen des Wüsten-Emirats empor: Soziale Medien werden derzeit überflutet von solchen Fotos, weil Dubai überflutet ist von Corona-Exilanten.
Die Flucht vor Frost-und-Lockdown-Frust ist einfach – und gefährlich.„Dubai sein ist alles”, witzelte MOPO-Kolumnist Micky Beisenherz kürzlich im „Stern”.
Für ihn ist das Emirat ein „Bling-Bling-Kalifat für finanzstarke Schlichtlinge“. Und das auch in der pandemischen Hochphase – weil man von Deutschland relativ einfach hinkommt: Für die Einreise braucht man eine Auslandskrankenversicherung und einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 96 Stunden ist. Aber: Wer das nicht schafft, kann sich auch nach der Landung vor Ort testen lassen.
„Die Leute fliegen nach Dubai, um zu feiern“
Journalistin und TV-Produzentin Martina Taubert ist entsetzt, wie sorg- und rücksichtslos Social-Media-Influencer, fun-orientierte Fußballer und betuchte Bekannte von ihr ins Wüstenemirat jetten: „Ich wollte nur sagen, dass ich jetzt genau 16 Leute kenne, die aus Dubai zurückgekommen sind und Covid-19-positiv sind“, schreibt die Hamburgerin auf Instagram. „Alle haben Dubai ohne negativen Test verlassen.” Im Gespräch mit der MOPO erklärt Taubert: „Es ist doch ganz klar: Die Leute fliegen da hin, um zu feiern. Ohne Abstandsregeln, Menschen drängen sich in Restaurants, ohne Maske. Es ist ein Unding, dass man ungetestet nach Hause fliegen kann!”
Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat sich in Dubai mit Covid-19 infiziert.
instagram.com/charles_leclerc
Aber bis man in den Flieger Richtung Heimat steigt, gibt es das Rundum-Sorglos-Paket, wie für Formel 1-Pilot Patrick Leclerc (23) zum Beispiel. Vor gut einer Woche zeigte ein Video, wie der Ex-Teamkollege von Sebastian Vettel mit Freunden in einem Privat-Zoo Tauziehen mit einem Tiger machte. Luxus-Tingeltangel für Best-Verdiener.
Nur: Aktuell kann so ein Spaß ansteckend sein. Wie auch bei Charles Leclerc (23): Der gab jetzt bekannt, dass er sich in Dubai mit Corona infiziert habe. Influencerin Sarah Harrison lebt fest in Dubai. Dort musste auch sie eine „Influencer-Lizenz“ des National Media Council erwerben, um beruflich posten zu dürfen.
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Die kostet jährlich 3600 Euro und man verpflichtet sich , alles, was mit der „öffentlichen Moral“ und dem „guten Benehmen“ unvereinbar ist, zu vermeiden. Würden sich daran auch Dubai-Urlauber halten, wären sie gar nicht da …
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