Drei Jugendliche (15) töteten Obdachlosen – und müssen nun ins Gefängnis
Nach dem gewaltsamen Tod eines Obdachlosen im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen hat das Landgericht Detmold drei Jugendliche zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Die drei heute 15-Jährigen wurden wegen Totschlags zu Jugendstrafen zwischen fünf und sechseinhalb Jahren verurteilt, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Die Anklage warf den Jugendlichen vor, den Mann getötet und ihre Tat gefilmt zu haben.
Das Detmolder Landgericht verurteilte einen Angeklagten am Freitag wegen Totschlags zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft nach Jugendstrafrecht. Die anderen beiden müssen ebenfalls wegen Totschlags für jeweils fünf Jahre ins Gefängnis. Der Anklagevorwurf des Mordes aus Heimtücke habe sich in den drei Prozesstagen nicht belegen lassen. Bei dem Angriff mit dem Messer sei das Opfer nicht mehr arglos gewesen, urteilte das Gericht.
Der Haupttäter tötete den Obdachlosen mit einem Messer
Wegen des Alters der Angeklagten fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zuschauer und Pressevertreter waren nicht zugelassen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Sollten die Verteidiger in Revision gehen, würde der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Urteile überprüfen.
Die unterschiedlichen Haftstrafen begründete das Gericht mit dem Tatverlauf. Der Haupttäter hatte mit einem Messer zugestochen. Die anderen beiden hätten von dem Messer gewusst, die Tat aber nicht verhindert. Ihre Geständnisse bewertete das Gericht als strafmildernd. Auch waren die drei nach Alkohol- und Drogenkonsum vermindert schuldfähig.
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Das Gericht glaubte den beiden Jugendlichen mit den niedrigeren Strafen in einem Punkt nicht: Sie hatten behauptet, von dem Messer nichts gewusst zu haben. Sie hätten ihren Mitangeklagten von der Tat und den Stichen abhalten müssen, so das Gericht.
Der 47-jährige Obdachlose war im Herbst 2023 in Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe getötet worden.
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