Zugkatastrophe in Indien: Zahl der Toten steigt auf 261, rund 900 Verletzte
Nach einem der schwersten Zugunglücke Indiens ist die Zahl der Toten auf 261 gestiegen. Zudem wurden rund 900 Menschen verletzt, wie die Behörden des Bundesstaats Odisha (früher: Orissa) am Samstagmorgen mitteilten. Die Rettungsarbeiten wurden während der Nacht erschwert – es sind weiter steigende Opferzahlen zu befürchten.
Der Unfall geschah am Freitagabend gegen 19 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) in einer ländlichen Gegend des Bezirks Balasore, gut 200 Kilometer südwestlich von Kolkata (früher: Kalkutta). An dem Unfall seien zwei Personenzüge und ein Güterzug beteiligt gewesen, berichtete beispielsweise der örtliche Fernsehsender NDTV. Dutzende Krankenwagen seien bei den Rettungsarbeiten im Einsatz gewesen.
Zugunglück in Indien: 261 Tote, rund 900 Verletzte
Bahnminister Ashwini Vaishnaw forderte eine Untersuchung der Unglücksursache an. Örtliche Medien berichteten, dass Premierminister Narendra Modi den Unfallort am Samstag besuchen wollte.
Bundeskanzler Olaf Scholz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben sich bestürzt über das schwere Zugunglück in Indien gezeigt. Scholz schrieb am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Das Zugunglück in Indien mit Hunderten Toten und Verletzten erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei den Opfern, Verletzten und ihren Familien. Deutschland steht an der Seite Indiens in dieser schweren Zeit.“
Scholz und von der Leyen bestürzt über Zugunglück in Indien
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kondolierte ebenfalls über Twitter. Sie schrieb an die Adresse von Regierungschef Narendra Modi: „Europa trauert mit Ihnen.“ Sie spreche den Angehörigen der Opfer angesichts der schrecklichen Nachrichten ihr tief empfundenes Beileid aus und wünsche den Verletzten baldige Genesung.
Bei schweren Zugunfällen starben in Indien in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach mehr als 100 Menschen, unter anderem bei den Unglücken von Kanpur 2016, Valigonda 2005, Rafiganj 2002, Gaisal 1999 und Khanna 1998. Als größte Bahnkatastrophe der Geschichte gilt das Unglück von Seenigama in Sri Lanka, wo am 26. Dezember 2004 die Tsunami-Welle einen vollbesetzten Expresszug erfasste und ungefähr 1800 Menschen starben.
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Zu den schlimmsten Unfällen im Schienenverkehr gehört auch das Unglück von Eschede in Niedersachsen mit 101 Toten – dort prallten vor genau 25 Jahren, am 3. Juni 1998, nach dem Bruch eines Radreifens mehrere ICE-Waggons bei Tempo 200 gegen eine Straßenbrücke.