Volker Wissing
  • Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). (Archivbild)
  • Foto: picture alliance / Flashpic | Jens Krick

In Hamburg „ausgezeichnet“: Minister Wissing bekommt journalistischen Negativpreis

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) ist vom „Netzwerk Recherche“ zum „Informationsblockierer des Jahres“ ernannt worden.

Die Journalistenvereinigung „Netzwerk Recherche“ hat ihren Negativpreis „Verschlossene Auster“ in diesem Jahr an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) verliehen.

Ausgezeichnet mit der „Auster“ werden Personen und Organisationen, die sich durch besonders wenig Transparenz im Umgang mit Medien hervorgetan haben. Bekanntgegeben wurde der wenig rühmliche Preis beim Jahrestreffen des „Netzwerks Recherche“ am Wochenende in Hamburg.

Wissing bekommt Negativpreis für Umgang mit Wasserstoff-Affäre

Wissing bekommt ihn, weil er im Umgang mit den Recherchen des „Handelsblatt“-Reporters Daniel Delhaes gezeigt habe, dass er „die eigenen Interessen und die seines Ministeriums über die Interessen der Bevölkerung und einer freien Presse stellt“, so der Vorsitzende von „Netzwerk Recherche“, Daniel Drepper.

Delhaes hatte zur sogenannten Wasserstoff-Affäre recherchiert: Es ging um den Vorwurf, dass ein Abteilungsleiter in Wissings Ministerium Millionenförderungen für Wasserstoff an einen persönlichen Freund vergeben haben soll. „Statt nach den kritischen Berichten für Aufklärung zu sorgen, ging Wissings Ministerium aggressiv gegen den Reporter vor und leugnete die Missstände“, so das „Netzwerk Recherche“ in der Begründung der Auszeichnung.

Mit der „Verschlossenen Auster“ soll auf die Wichtigkeit von Transparenz aufmerksam gemacht werden und ein besserer Umgang mit Journalisten gefördert werden.

„Netzwerk Recherche“ verleiht Positivpreis an „Correctiv“

Parallel verleiht das „Netzwerk Recherche“ auch den Positivpreis „Leuchtturm“ für besondere journalistische Leistungen. Dieser geht 2024 an „Correctiv“ für die Recherche zu einem Geheimtreffen von Rechtsextremen in Potsdam, an dem auch AfD-Politiker teilgenommen hatten. Bei dem Treffen hatte der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner seine Pläne zur massenhaften Deportation von Menschen aus Deutschland vorgestellt.

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Nach Bekanntwerden des Treffens hatte sich deutschlandweit Widerstand gegen den Rechtsruck formiert, Hunderttausende gingen auf die Straße.

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