Körper und Gesichter erzählen: „States of Rebirth“ in den Deichtorhallen
Die neue Ausstellung im Phoxxi, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen, hat mit „States of Rebirth“ einen irreführenden Titel. Denn nicht um Wiedergeburt geht es in der Schau, sondern um die, so drücken es die Ausstellungsmacher und -macherinnen etwas sperrig aus, „Beziehungen zwischen Körper, Bewegung und gesellschaftlichen Strukturen in physischen und digitalen Räumen“.
Was als Text dröge klingt, entfaltet sich in der Ausstellung zu einem poetischen Ganzen. Wir sehen Bilder, zeitgenössische Performance-, Porträt- und Tanzfotografie, eine visuelle Choreografie von Künstlern und Künstlerinnen wie KhingWei Bai, Felipe Romero Beltrán, Moshtari Hilal, Naomi Lulendo, Ana Maria Sales Prado, Roxana Rios, Aykan Safoglu, Isaac Chong Wai und Farren van Wyk.
„States of Rebirth“ zeigt, wie Posen gesellschaftliche Strukturen spiegeln
Sie alle sind dem breiten Publikum kaum bekannt. Doch ihre Bilder berühren zum Teil mit Zartheit und Fragilität. Ziel der Schau ist es, „zu untersuchen, inwiefern Gesten und Posen gesellschaftliche Veränderungen reflektieren und gestalten“. Man kann es auch sinnlicher formulieren. Vielleicht so: Körper erzählen Geschichten – im Alltag, in der Kunst. Und solche Geschichten erzählt diese Ausstellung, lässt Berührungen sprechen, zeigt Unterschiede auf, fasziniert mit ganz feinen Bewegungen und Gesten.
- Roxana Rios Körper erzählen Geschichten – im Alltag, in der Kunst.
Körper erzählen Geschichten – im Alltag, in der Kunst. - Felipe Romero Beltrán Körper erzählen Geschichten – im Alltag, in der Kunst.
Körper erzählen Geschichten – im Alltag, in der Kunst.
Es gibt wundersame Bilder in der von Nadine Isabelle Henrich kuratierten Ausstellung, wie etwa die betörenden Schwarzweißfotografien von Farren van Wyk. Ihre Serie „Mixedness Is My Mythology“ beschäftigt sich mit den Hinterlassenschaften der Apartheid in Südafrika und mit dem Erbe des Kolonialismus. „Selling Fruit on the Street“ heißt eines ihrer Bilder. Wir sehen eine Gruppe junger Menschen, die am Straßenrand steht, um Obst zu verkaufen. Es ist eine ganz und gar rätselhafte Szene. Man ist erstaunt, überrascht, will mehr erfahren über das, was man sieht. Ist das eine Inszenierung? Bestimmt, oder? Man denkt darüber nach.
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Manchmal ist Kunst besonders gut, die im Vagen bleibt, der man kein Etikett anpappen kann. Auch interessant: Im Rahmen der Ausstellung sind Kooperationen mit der Hochschule für bildende Künste und Kampnagel geplant.
Phoxxi (Deichtorhallen): bis 17.8., Di-So 11-18 Uhr, Eintritt 9 Euro, deichtorhallen.de

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