„Dieses Glühen in den Augen“: Das hält St. Paulis Trainer von Irvines TV-Job
Sieben Endspiele haben die Kiezkicker noch im Kampf um den Klassenerhalt, so sagen sie es selbst. Volle Konzentration, totaler Fokus auf das eine große Ziel. Die Tatsache, dass Kapitän Jackson Irvine wenige Tage vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) ein Spiel der englischen Premier League kommentierte, hatte hier und da für Verwunderung gesorgt. Passt das zu der braun-weißen All-in-Parole? Der TV-Job des Australiers war auch intern Thema, wie Trainer Alexander Blessin bestätigte.
Am Donnerstagabend hatte Irvine das Londoner Derby zwischen dem FC Chelsea und Tottenham für Sky kommentiert, nicht als „Co“, sondern allein und auf Englisch. Eine einmalige Angelegenheit – bis auf weiteres jedenfalls.
Ungewöhnlich – aber auch unangebracht? Die Gefahr der Ablenkung von den sportlichen Zielen sieht Blessin jedenfalls nicht. Der Coach hat offenbar kein Problem mit Irvines Ausflug in die Kommentatoren-Welt – etwas, das den 32-jährigen Mittelfeldspieler, der einige Jahre in England gespielt hat, schon lange gereizt hat.
Blessin und Irvines TV-Job: „Länger mit ihm gesprochen“
„Wir haben länger mit ihm drüber gesprochen und man hat dieses Glühen in den Augen damals gesehen, wo er zu mir kam und gefragt hat, ob das okay ist“, berichtet Blessin von einem Gespräch im Vorfeld. „Es war schon ein langersehnter Traum, mal ein Premier-League-Spiel zu kommentieren und man hat es auch gesehen, mit welcher Inbrunst er das gemacht hat.“

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Der Trainer formuliert die Hoffnung, dass der TV-Auftritt seinen Kapitän sogar beflügelt. „Ich glaube eher, dass es für ihn so ein positiver Verstärker war, weil es ihm einfach guttut. Ich fand, er hat es erstens richtig gut gemacht und zweitens hat es ihm richtig gutgetan“, berichtet der 51-Jährige. „Er ist heute mit einem Lachen rumgelaufen, das hat einfach Spaß gemacht. Und was Spaß macht, gibt positive Energie. Und so sehe ich es eigentlich auch.“
Hat das Team kein Problem damit, gibt es kein Problem
Gute Stimmung kann im Abstiegskampf nicht schaden – und Irvine ist niemand, der trotz vieler Hobbys und Leidenschaften, jemals den Anschein erweckt hat, nicht alles für St. Pauli zu geben und voll bei der braun-weißen Sache zu sein. Wichtig ist bei einer Aktion wie seinem TV-Engagement aber nicht nur, was es mit dem Spieler selbst macht, sondern auch welche Signale es sendet, vor allem in die Mannschaft. Sehen es auch die Kollegen nicht als fragwürdig oder gar Problem an, dann gibt es auch keines. Eines ist nämlich klar: Irritationen oder atmosphärische Störungen – und seien sie minimal – kann sich St. Pauli im Abstiegskampf nicht leisten.
Ob Irvine schon einmal in seine zukünftige Karriere geschnuppert hat? Blessin schmunzelnd: „Auf jeden Fall muss man sich keine Sorgen machen um ihn, falls er mal mit 34, 35, 36 das Gefühl hat, er könne nicht mehr laufen. Dann hat er schon ein zweites Standbein.“
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