Fans von Lazio Rom

Fans von Lazio Rom haben sich über den Anhang des FC St. Pauli lustig gemacht (Symbolfoto). Foto: imago/Gribaudi/ImagePhoto

„Herz von St. Pauli“-Debatte: Rechtsradikale Fans machen sich über Kiezklub lustig

Es ist sowieso schon reichlich Druck auf dem Kessel in der Diskussion um St. Paulis Stadion-Hymne „Das Herz von St. Pauli“. Der Song wird auch am Samstag vorm Heimspiel gegen Dortmund nicht gespielt werden, weil der Texter des Liedes, Josef Ollig, eine Nazi-Vergangenheit hat. Ein No-Go für große Teile des Hamburger Anhangs – und Grund dafür, dass sich nun rechtsradikale Ultras in Italien darüber lustig machten.

Über die Gesinnung der Fanszene von Lazio Rom gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. In der Nordkurve des Olympiastadions wird bei Spielen der rechte Arm zum „Saluto Romano“ (Römischer Gruß) in die Höhe gestreckt, nach Treffern der Laziali ist häufig der Ruf nach dem „Duce“ (Führer) zu vernehmen. Die „Irriducibili“ (Unbeugsamen) sind eine mehrere tausend Menschen große Gruppe, die aus ihrer Neigung zum Faschismus nie ein Geheimnis gemacht hat.

Botschaft an St. Pauli-Fans vorm Stadion in Rom

Ob die Urheber eines Plakates, das vor dem Pokalspiel Lazios gegen Inter Mailand vor dem Stadion angebracht worden war, aus diesem Dunstkreis stammen, ist zwar wahrscheinlich, aber nicht erwiesen. In jedem Fall stand dort auf Deutsch zu lesen: „Josef Ollig … ist nicht einer von euch“. Das berichtete das italienische Medium „La Repubblica“. Man muss nicht besonders viel Fantasie aufbringen, um sich vorstellen zu können, wem diese süffisante Botschaft galt.

Das könnte Sie auch interessieren: Klare Kante gegen AfD und Co.: Wie St. Pauli auf die Wahl reagiert

Während bei St. Pauli derzeit unter anderem eine zeitintensive Aufarbeitung von Olligs Vita erstellt wird, sich die Diskussion über das Für und Wider der Punk-Version des „Herz von St. Pauli“ noch bis weit ins Frühjahr ziehen wird, würde man Ollig bei Lazio mit Kusshand als einen der ihren akzeptieren. So wie Romano Floriani Mussolini (22), Urenkel des Diktators, der zwar aktuell in die Serie B verliehen ist, aber eigentlich bei Lazio unter Vertrag steht und ob seines Namens besonders bejubelt worden war.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp