St. Paulis Profis feiern mit den Fans in Berlin
  • Rund 13.000 St. Pauli-Fans feierten den 2:1-Sieg in Berlin. Auf der Rückfahrt wurden einige von ihnen angegriffen.
  • Foto: imago/Beautiful Sports

Überfall nach Hertha-Spiel: Angriff auf St. Pauli-Fans unter Polizei-Begleitung

Der Vorfall hat nun schon fast acht Monate auf dem Buckel, die Aufklärung geht dennoch nur schleppend voran. Nach dem Überfall von Anhängern des Halleschen FC auf Fans des FC St. Pauli in Dessau nach dem Spiel bei Hertha BSC am 30. September 2023 lieferte nun die Landesregierung von Sachsen-Anhalt Antworten auf zwei Kleine Anfragen der Abgeordneten Henriette Quade (Die Linke) – und die haben es durchaus in sich.

Zur Erinnerung: An einer Tankstelle in Dessau waren St. Pauli-Fans aus Sachsen-Anhalt, die gerade mit einem Bus vom Spiel in Berlin (2:1) zurückgekehrt waren und vor Ort Reisende verabschiedeten, von Insassen eines Busses mit Halle-Anhängern (kamen vom Auswärtsspiel aus Lübeck) angegriffen worden. Es hatte mehrere Verletzte gegeben, ehe die Angreifer flüchteten und kurze Zeit später von der Polizei auf einer Autobahnraststätte gestellt wurden.

Überfall auf St. Pauli-Fans angeblich nicht politisch motiviert

Insgesamt wurden 52 Tatverdächtige (alle männlich) festgestellt, 14 von ihnen waren bereits als Gewalttäter Sport erfasst, gegen sieben von ihnen wurden in der Vergangenheit Ermittlungsverfahren wegen politisch rechts motivierter Straftaten eingeleitet. Dennoch und obwohl Betroffene berichten, dass die mutmaßlichen Täter „Scheiß Zecken“ und „Dreckszecken“ bei ihren Angriffen riefen, wurde die Tat bisher durch die Behörden nicht als politisch motiviert eingestuft. Das wurde bei den Kleinen Anfragen an die Landesregierung bestätigt.

Aus den Antworten der Landesregierung von Sachsen-Anhalt geht auch hervor, dass der Bus der HFC-Fans infolge mutmaßlicher Diebstähle auf der Fahrt in einer Tankstelle in Mecklenburg-Vorpommern durch ein Einsatzfahrzeug der Polizei des Landes Brandenburg begleitet wurde. „Der Landesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, denen zufolge der Sichtkontakt zum Reisebus unterbrochen war“, heißt es. Was bedeutet: Der Angriff aus dem Bus heraus auf die FC St. Pauli-Fans fand unter Polizeibegleitung statt.

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Komplett abgehakt ist die Geschichte theoretisch noch nicht. Eine Aufarbeitung des Einsatzes durch die Polizeien der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt steht weiter aus. Ob das noch geschehen wird, darf allerdings zumindest nicht als gesichert erwartet werden.

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