„Für mich ist es Rot!“ Empörung nach brutalem Kieler Foul an Wirtz
Nach dem harten Einsteigen gegen Nationalspieler Florian Wirtz im Ligaspiel von Bayer Leverkusen bei Holstein Kiel (2:0) gibt es Forderungen für einen besseren Schutz von Ausnahmefußballern.
„Wenn es unfair wird und man wirklich auf den Körper gehen will, dann muss man ihn als Schiedsrichter schützen“, sagte Wirtz‘ Teamkollege Robert Andrich nach der Partie: „Da gilt es auch für uns als Spieler auf dem Platz, den Schiedsrichter vielleicht drauf hinzuweisen. Aber das sind Situationen, die muss ein Schiedsrichter meiner Meinung nach auf dem Schirm haben.“
Der Kieler Magnus Knudsen hatte Wirtz in der Anfangsphase übel gefoult und dafür die Gelbe Karte (12.) erhalten. Dies hatte schon während der Live-Übertragung bei Sky für Diskussionen gesorgt. „Ich meine das nicht nur für Flo, sondern für alle Spieler. Wir brauchen Unterstützung für die Topspieler“, sagte Leverkusens Meistertrainer Xabi Alonso auf der Pressekonferenz am Samstagabend. Wirtz sei ein „besonderer Spieler. Wenn er einen guten Schutz bekommt, ist das gut für den Fußball.“
Kiels Knudsen: „Es war ein normales Tackling“
Andrich wies auch darauf hin, dass sich Dribbelkünstler Wirtz in solchen Situationen „ganz gut wehren“ könne. „Aber trotzdem muss man die Jungs schützen, denn unfair sollte es nicht werden.“
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Übeltäter Knudsen fand seine Aktion allerdings völlig im Rahmen. „Es war ein normales Tackling und nichts weiter“, meinte er. am Ende hatten beide Spieler Glück: Knudsen, weil er von Schiedsrichter Daniel Schlager nur die Gelbe Karte statt der vertretbaren Roten Karte gesehen hatte. Und Wirtz, weil er durch den Tritt nicht verletzt wurde.
Das Foul ließ die Diskussion wieder aufleben, ob gerade Top-Spieler besser geschützt werden müssen. „Für mich ist es Rot“, regte sich Sky-Experte Dietmar Hamann im Studio auf. Es sei egal, welcher Spieler es ist, „wir müssen die Gesundheit der Spieler schützen. Und wenn von hinten jemand auf die Achillessehne oder aufs Sprunggelenk draufsteigt, dann hat er mit Rot vom Platz zu gehen.“
Leverkusen stellt neuen Auswärtsrekord auf
Durch das Foul war die Bestmarke der Leverkusener von 28 Bundesliga-Auswärtsspielen ohne Niederlage beinahe in den Hintergrund gerückt. Wirtz aber wird in jedem Fall weiterhelfen können, die Rekordserie der Leverkusener auf fremden Plätzen schon gleich am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim Tabellendritten Eintracht Frankfurt auszubauen. „Das bedeutet, dass wir eine Top-Mentalität haben“, erklärte Alonso zu der Bestmarke für ihn und den Verein. „Wir erhalten keine Medaille für diesen Rekord, aber er bedeutet, dass wir sehr effizient und stabil sind.“
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Die letzte Niederlage in der Fremde erlebten Alonso und seine Spieler am 34. Spieltag der Saison 2022/23 beim 0:3 beim VfL Bochum. Seitdem kassierten die Leverkusener insgesamt nur einen Misserfolg in der Bundesliga: das 2:3 gegen RB Leipzig am 31. August – in der Heimat. (sid/dpa/mb)
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