Übernimmt Klopp nach nächster RB-Niederlage? Das sagt Leipzig-Boss Mintzlaff
Als die Fans des VfB Stuttgart den Evergreen „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ anstimmten, vergoss der gebürtige Berliner Maximilian Mittelstädt Freudentränen.
Auch seine Teamkollegen feierten auf emotionale Weise den Einzug ins Pokalfinale durch ein 3:1 (1:0) gegen Bundesliga-Rivale RB Leipzig. Während der VfB nun die Riesenchance auf den ersten DFB-Pokal-Triumph seit 28 Jahren hat, ging der Neuanfang der Leipziger unter Interimstrainer Zsolt Löw schief.
Gentner: „Heute war es ein hartes Stück Arbeit“
„Riesenereignis, Riesenerlebnis – Glückwunsch an die Mannschaft. Es war eine unglaubliche Leistung, heute war es ein hartes Stück Arbeit“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Christian Gentner bei Sky: „Heute ist Feiern erlaubt, gar keine Frage.“ Der überragende Nationaltorwart Alexander Nübel meinte mit Blick aufs Finale: „Das ist richtig geil, wir freuen uns richtig drauf.“
Guten Morgen an alle ?❤️-POKALFINALISTEN!!!!!! ?#VfB | #DFBPokal | #VfBRBL | #GetragenvonStolz pic.twitter.com/rKK9FXU036
— VfB Stuttgart (@VfB) April 3, 2025
Am 24. Mai werden die Stuttgarter von Trainer Sebastian Hoeneß als klarer Favorit ins Endspiel gegen das Sensationsteam Arminia Bielefeld gehen. Der Drittligist hatte am Dienstag völlig unerwartet Titelverteidiger Bayer Leverkusen mit 2:1 besiegt.
Stiller, Woltemade und Leweling machen die Tore
Angelo Stiller mit einem sehenswerten Volleyschuss (5. Minute), Nick Woltemade (57.) und Jamie Leweling (73.) führten die Gastgeber vor 60.000 Zuschauern mit ihren Toren zum Sehnsuchtsort Berlin. Damit ärgerten sie auch den mitfiebernden Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp auf der Tribüne. Stürmer Benjamin Sesko konnte für die Leipziger nur verkürzen (62.). Am Ende trafen der Stuttgarter Woltemade und der Leipziger Sesko noch die Latte.
1997 feierten die Schwaben zuletzt den Titel, es war der dritte nach 1958 und 1954. Mit einem Endspielerfolg würde sich auch die Hoffnung auf die erneute Europapokal-Teilnahme erfüllen. In der Bundesliga ist der VfB momentan bis auf Rang elf durchgereicht worden.

RB, Pokalsieger von 2022 und 2023, fehlte es an Effizienz. Die Enttäuschung sei „sehr groß“, sagte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer, „weil wir eine riesengroße Chance vertan haben“. Erstmals verloren die Sachsen bei der fünften Vorschlussrunden-Teilnahme ein Halbfinale. Löws Hauptaugenmerk liegt nun darauf, den Tabellensechsten im Saison-Endspurt noch in die Champions League zu führen.
Löw vor dem Spiel mit einer „gesunden Anspannung“
Ihn habe „gesunde Aufregung, gesunde Anspannung“ heimgesucht, hatte der langjährige Co-Trainer Zsolt Löw vor dem Anpfiff bei Sky verraten. Schnell dürfte etwas Unmut hinzugekommen sein, denn die Herausforderung des Pokal-Halbfinals wurde schon nach wenigen Minuten noch größer.

Der VfB erwischte einen Traumstart, als gleich die erste Ecke der Gastgeber zu einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ führte. Per famosem Volleyschuss aus rund 18 Metern traf Mittelfeldlenker Stiller halbrechts ins Tor. Leipzigs Pokal-Torwart Maarten Vandevoordt wurde überrascht und reagierte nicht.
Leipzig sucht einen Trainer für die neue Saison
Der kollektive Jubel bei den Schwaben stand im Kontrast zu den ernsten Mienen von RB-Fußball-Chef Jürgen Klopp, dem Technischen Direktor von RB, Ex-VfB-Stürmer Mario Gomez und RB-Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff auf der Tribüne. An der Seite von Klopp wird Zsolt Löw nach dem Saisonende in seine Rolle als Chefstratege im RB-Kosmos zurückkehren.
Die Leipziger erholten sich mit zunehmendem Spielverlauf immer stärker vom frühen Gegentor-Schock. Lois Openda zwang VfB-Nationaltorhüter Nübel gleich in drei Szenen zu Paraden. Und auch Xavi Simons kam zu einem aussichtsreichen Abschluss. Klopp wurde von der Partie mitgerissen, immer wieder erhob er sich von seinem Platz.
Leweling mit der Entscheidung in der zweiten Halbzeit
Mit Intensität setzte sich die Partie auch nach dem Seitenwechsel fort. Nach einem Doppelpass mit Ermedin Demirovic unterstrich U21-Nationalstürmer Woltemade seine seit Wochen anhaltende Topform. Doch nur fünf Minuten später machte es Sesko wieder spannend. Löw trieb am Spielfeldrand seine Mannschaft an. Leweling stocherte den Ball dann aber zur Entscheidung über die Linie.

Was die erneute Niederlage für Leipzigs Trainerposten bedeutet? Zunächst offenbar nichts. Jürgen Klopp jedenfalls wird nach Aussagen von RB-Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff definitiv nicht der neue Cheftrainer in Leipzig. „Vorher würde ich das noch machen, und das will gar keiner sehen“, sagte der Red-Bull-Geschäftsführer noch vor dem Spiel VfB Stuttgart dem TV-Sender Sky: „Daher kann ich das zu tausend Prozent ausschließen.“
Mintzlaff setzt erstmal auf die Karte Löw
„Ein Riesendank an Zsolt, dass er gesagt hat: Ja, ich übernehme hier die Verantwortung – auch wenn er einen anderen Plan hatte“, sagte Mintzlaff: „Jetzt ist erst mal die Erwartungshaltung, dass er uns – und das wird er tun – einen neuen Impuls gibt, dass wir noch mal eine andere Energie auf den Platz bekommen.“
Das könnte Sie auch interessieren: Bierhoff rät Müller zu Wechsel – aber nicht innerhalb Deutschlands
Auch zu den Spekulationen um Mario Gomez, der bei Red Bull als Technischer Direktor beschäftigt ist und das Interesse seines Ex-Klubs FC Bayern auf sich gezogen haben soll, nahm Mintzlaff Stellung. „Mario Gomez fühlt sich sehr, sehr wohl bei uns, hat gerade seinen Vertrag verlängert“, sagte der Red-Bull-Geschäftsführer: „Ich bin mir auch ganz sicher, dass Mario Gomez nicht zum FC Bayern wechselt.“ (dpa/vb)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.