Hart gestoppt: Leif Tissier und der HSVH hatten gegen Gummersbach einen schweren Stand.

Hart gestoppt: Leif Tissier und der HSVH hatten gegen Gummersbach einen schweren Stand. Foto: WITTERS

Serie gerissen! Packung für Hamburgs Handballer – Trainer zieht Konsequenzen

Die Serie ist gerissen! Hamburgs Handballer haben im neuen Jahr die erste Niederlage hinnehmen müssen und zudem erstmals nach sieben Heimspielen das eigene Parkett ohne Punktgewinn verlassen. Im Duell der Tabellennachbarn unterlag der Achte dem Neunten VfL Gummersbach mit 30:37 (14:18). Vor allem in der Höhe enttäuschend, denn die Gäste hatten zwei Tage zuvor noch Europapokal gespielt. Rätselhaft schlapp und mental nicht auf der Höhe wirkte aber der HSVH. Das schmeckte weder den Fans noch den Spielern – und schon gar nicht Trainer Torsten Jansen.

37 Gegentore. 36 Gegentore in der Woche zuvor beim hauchdünnen Heimsieg (37:36) gegen Aufsteiger Bietigheim. Wiederholt zu viele. Von der danach gelobten Besserung in der Abwehr war gegen die Gummersbacher um DHB-Star Julian Köster nichts zu sehen. Die Hamburger waren über volle 60 Minuten weder in der Defensive noch im Angriff voll da.

HSV Hamburg unterliegt VfL Gummersbach deutlich

Viel vorgenommen, zu wenig abgeliefert. „Von unseren eigenen Ansprüchen her hätte man mehr erwarten können“, sagte Jansen nach den 60 Minuten. „Darüber müssen wir uns unterhalten. Wir werden da auch einige konfrontative Gespräche haben.“ Klartext ist jetzt gefragt.

Auch Spielmacher Leif Tissier war enttäuscht. „Die Gummersbacher haben jeden unserer Fehler bestraft, das ist dann am Ende tödlich.“ Die Niederlage an sich sei nach dem erfolgreichen Start ins Jahr „kein Beinbruch und wir sind im Soll“, betonte der 25-Jährige. „Nichtsdestotrotz tut das natürlich weh.“

HSVH macht zu viele Fehler, scheitert an Kuzmanovic

Nach einem ausgeglichenen Start in die Partie waren die Gastgeber vor 3655 Zuschauenden in der Sporthalle Hamburg Mitte der ersten Halbzeit ins Hintertreffen geraten, weil sie sich im Angriff sehr schwertaten, einige technische Fehler leisteten und zu oft ihren Meister im kroatischen National-Keeper und WM-Silbermedaillengewinner Dominik Kuzmanovic fanden, der allein in den ersten 30 Minuten neun Würfe parierte, darunter einen Siebenmeter.

Auf der Gegenseite bekam HSV-Torwart Robin Haug, der gegen Bietigheim noch der Matchwinner gewesen war, nur einen Ball zu fassen und musste nach 20 Minuten für Mohamed El-Tayar Platz machen. Allerdings bekamen beide Torhüter zu wenig Hilfe von ihrer Abwehr, die dem Gummersbacher Rückraum zu wenig entgegensetzen und vor allem Köster (sechs Tore), Ole Pregler (sechs Tore) und Miro Schluroff (neun Tore) nicht in den Griff bekam. Die Gäste waren schneller – auf den Beinen und auch gedanklich. 18 Gegentore zur Pause: zu viele.

Julian Köster trifft Hamburgs Keeper El-Tayar am Kopf

Eine unschöne Szene gab es gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit, als Köster El-Tayar mit seinem Wurf im Gesicht traf. Zwar war Köster bei seinem Wurf auch noch etwas gestört worden, aber die Zuschauer pfiffen dennoch lautstark, als es keine Zwei-Minuten-Strafe gab. Und wer weiß, ob die Schiedsrichter auch so gnädig entschieden hätten, wenn es nicht der DHB-Hero gewesen wäre.

Die Hamburger kämpften sich angeführt vom insbesondere in dieser Phase starken Rechtsaußen Frederik Bo Andersen auf zwei Tore heran (19:21/38.), schafften es aber nicht, trotz mehrmaliger Gelegenheit in den folgenden gut zehn Minuten, den Anschluss herzustellen. Viele Rückraumwürfe der Hamburger wurden geblockt. Es fehlten Durchschlagskraft, Tempo, zündende Ideen und auch Selbstvertrauen, um die massive VfL-Deckung auseinanderzuziehen. Das Spiel über den Kreis funktionierte gar nicht mehr. Gummersbach zog mit einem Zwischenspurt vorentscheidend auf 27:33 davon (56.).

Trainer Jansen „konsterniert“, Andersen bester Schütze

„Man hätte meinen können, wir hätten vor zwei Tagen gespielt und nicht Gummersbach“, meinte Jansen sarkastisch. „Wir konnten das Tempo nicht mitgehen. Da bin ich, ehrlich gesagt, konsterniert.“

In der Statistik stach vor allem der Unterschied bei den Torhüter-Paraden heraus: 17 auf Gummersbacher Seite, nur sieben für das Hamburger Duo. Auffallend war auch die Schwäche des HSV im rechten Rückraum. Jacob Lassen, der viel spielte, kam nur auf einen einzigen Treffer – in der Schlussphase. Zoran Ilic immerhin auf drei. Insgesamt zu wenig. Bester HSVH-Schütze war Andersen mit zehn Toren (vier Siebenmeter, einen verworfen).

HSV Hamburg jetzt gegen Hannover, Melsungen, Berlin ran

Die Aufgaben werden nicht leichter, ganz im Gegenteil: Am 9. März muss der HSVH auswärts bei Topteam TSV Hannover-Burgdorf ran, anschließend geht es zu Hause gegen Spitzenreiter MT Melsungen (20. März) und dann zu den Füchsen Berlin (30. März).

Tore HSVH: Andersen (10/4), Sauter (6), Tissier (3), Ilic (3), Mortensen (3/3), Magaard (2), Weller (1), Lassen (1), Axmann (1).

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