Sebastian Schonlau lächelt nach dem Kaiserslautern-Spiel

Sebastian Schonlau freut sich nach dem Kaiserslautern-Spiel zusammen mit Torschütze Fabio Baldé. Foto: WITTERS

Frust? Wie HSV-Kapitän Schonlau mit seiner neuen Reservisten-Rolle umgeht

Am Sonntag tritt der HSV beim SC Paderborn an (13.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de). Für Sebastian Schonlau ist es ein besonderer Ort und ein besonderer Verein. Für den SCP machte der Verteidiger die meisten Spiele in seiner Karriere, er schaffte den Aufstieg in die Zweite Liga und später dann auch in die Bundesliga. Nun kehrt er zurück in einer ungewohnten Rolle. Der HSV-Kapitän wird das Spiel wahrscheinlich nur als Zuschauer verfolgen, weil er in Hamburg aktuell nicht erste Wahl ist. Wie geht der 30-Jährige damit um?

Seit 2021 steht Schonlau beim HSV unter Vertrag. Als neuer Kapitän der Hamburger startete er damals direkt voll durch, machte sich mit seiner Erfahrung und Ausstrahlung schnell unverzichtbar in der HSV-Abwehr. War Schonlau nicht verletzt oder gesperrt, stand er auch auf dem Platz – so sah es für ihn die ersten drei Spielzeiten in Hamburg aus. In diesem Jahr hat sich die Situation nun komplett verändert. Los ging alles mit einer Grippe Anfang Januar.

Verpasster Jahresstart kostete Schonlau den Stammplatz

Stark angeschlagen hatte Schonlau große Teile des Wintertrainingslagers verpasst. Auch zum Start in die Rückrunde war er noch nicht richtig fit und blieb erst mal draußen. Erst als Daniel Elfadli am 21. Spieltag (2:1 in Münster) eine Gelb-Sperre absitzen musste, schaffte der Routinier das Comeback in der Startelf. Er nutzte die Chance und überzeugte.

In Regensburg durfte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (l.) von Beginn an ran, Daniel Elfadli kam hingegen später ins Spiel. WITTERS
In Regensburg durfte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (l.) von Beginn an ran, Daniel Elfadli kam hingegen später ins Spiel. Folgt am Freitag der Rollentausch?
In Regensburg durfte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (l.) von Beginn an ran, Daniel Elfadli kam hingegen später ins Spiel.

Sein Platz in der ersten Elf blieb trotzdem wacklig. Das beschäftigte offenbar auch den Kapitän selbst, der im nächsten Spiel (1:1 in Regensburg) zwar erneut von Beginn an ran durfte, dort aber keine gute Figur machte und danach wieder zurück auf die Bank musste.

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Im Normalfall wird sich an Schonlaus Reservistenrolle jetzt erst mal nicht so schnell wieder etwas ändern. Dennis Hadzikadunic und Elfadli überzeugen aktuell in der Innenverteidigung. Letzterer wird auch nicht im defensiven Mittelfeld gebraucht, weil dort Jonas Meffert einen überzeugenden Job abliefert. Harte Zeiten für Schonlau, doch der geht ziemlich cool damit um.

Für Schonlau ist der Bankplatz beim HSV keine Strafe

Natürlich ist der 30-Jährige nicht glücklich mit der Situation. Doch statt den Kopf hängen zu lassen, stellt er sich voll in den Dienst der Mannschaft. Aus seinem Umfeld ist zu hören: Schonlau sieht den Bankplatz nicht als Strafe, sondern als Chance, jetzt Charakter zu zeigen und aus der Situation zu lernen. Dabei hat er nur das gemeinsame Ziel Aufstieg im Kopf. Auch Zukunftsgedanken über die Saison hinaus gibt es bei ihm aktuell keine (Vertrag bis 2026).

Oft hat Schonlau in seiner HSV-Vergangenheit schon mit Mitspielern, die gerade nicht so viel zum Einsatz kamen, geredet und sie wieder aufgebaut. Nun steckt er selbst in der Situation und will sich dabei nicht anders verhalten als er es von seinen Mitspielern erwartet.

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Gleichzeitig wird er auf seine nächste Chance warten. Dann will er bereit und auch auf dem Platz wieder wichtig sein. Paderborn kommt dafür aller Voraussicht nach zu früh. Für Schonlau wird es entsprechend zumindest eine ungewohnte Reise in die Vergangenheit.

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