Jansen-Rückzug: Haben die Streitereien den HSV-Präsidenten zermürbt?
Auf der HSV-Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag deutete noch nichts auf diesen Schritt hin, drei Tage später aber machte Marcell Jansen Nägel mit Köpfen. Der 38-Jährige legte sein Aufsichtsrats-Mandat nieder und sorgte damit für einen Knall, der sofort Spekulationen nach sich zog. Haben die zurückliegenden Streitereien rund um seine Person Jansen zermürbt?
Der Ex-Nationalspieler sah sich bei der Veranstaltung im CCH Vorwürfen ausgesetzt, insbesondere Beirats-Mitglied Patrick Ehlers machte seinem Unmut Luft. In den Monaten zuvor hatten sich bereits einige Kleinaktionäre des Vereins kritisch über Jansen geäußert. Zuviel für den Präsidenten?
Jansen will sich auf Strukturreform konzentrieren
Jansen widerspricht dem entschieden und begründet seinen Rückzug, den er mit seinen Präsidiums-Kollegen Michael Papenfuß und Bernd Wehmeyer abstimmte. „Diese Entscheidung ist wohl durchdacht“, ließ er auf der Vereins-Homepage wissen. „Der Rücktritt aus dem Aufsichtsrat ermöglicht es mir, meine Rolle als Präsident noch intensiver auszuüben. Wir stehen als Verein vor wichtigen Monaten mit vielen relevanten Entscheidungen.“
In der Tat sind die kommenden Monate wegweisend für den HSV. Im Hintergrund wird an der Strukturreform gewerkelt, Ende März sollen die HSV-Mitglieder darüber abstimmen, ob aus der AG künftig eine KGaA wird. Ein Unterfangen, das aus Jansens Sicht seine volle Kraft erfordert. Papenfuß ergänzt: „Als Präsidium erachten wir es als sinnvoll, Marcells Idee zu folgen, um eine bestmögliche Aufgabenverteilung zu haben und unsere Kapazitäten zielführend einzusetzen.“
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Der Aufsichtsrat, in dem Papenfuß als Vorsitzender agiert, wird vorerst nur noch aus sechs Mitgliedern bestehen und in den kommenden Monaten ergänzt werden.