Lukasz Poreba bejubelt mit seinen Kollegen einen HSV-Sieg

Es ist lange her, dass Lukasz Poreba (3.v.l.) mittendrin war, wenn der HSV mit den Fans jubelte. Foto: WITTERS

„Nicht, was er sich vorstellt“: HSV-Profi unzufrieden – und vor dem Blitz-Abgang?

Klammert man all diejenigen HSV-Spieler aus, die erst im Winter dazukamen, die lange verletzt fehlten oder gar noch fehlen, und zudem noch die, die keinen Talent-Status mehr haben, dann ist Lukasz Poreba der Profi, den Merlin Polzin als Chefcoach am wenigsten Spielminuten gönnt. Der Pole zählt seit dem Trainerwechsel zu den größten Verlierern im Kader, saß nun dreimal in Folge 90 Minuten auf der Bank und ist unzufrieden. Mit Folgen?

Während Transfers von unter Vertrag stehenden Spielern nach Deutschland schon seit Anfang Februar nicht mehr möglich sind, sind es Wechsel aus der Bundesrepublik in manch andere Ligen dagegen weiterhin. Vereine aus der nordamerikanischen MLS beispielsweise können noch bis zum 23. April neue Profis verpflichten. Und die Vancouver Whitecaps aus Kanada, die in besagter Ersten Liga antreten, haben offenbar einen HSV-Profi in ihrem Visier: Poreba.

Gerücht über Interesse aus Vancouver an HSV-Profi Poreba

Die Gerüchte, die am Donnerstagabend die Runde machten, werden genährt durch den Fakt, dass die Whitecaps in Axel Schuster einen deutschen Sportdirektor haben. Der 52-Jährige war von 1992 bis 2016 Teammanager bei Mainz 05 und von 2016 bis 2019 Sportdirektor bei Schalke 04, seit gut fünf Jahren hat er nun das Sagen beim Verein aus Kanada. Und im Volkspark weiß man zumindest, wie es Polzin am Freitagnachmittag ausdrückte: „Die Spielminuten, die Luki in den vergangenen Wochen bekommen hat, sind sicherlich nicht das, was er sich vorstellt. Das ist klar.“



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Die Gerüchte aus Kanada wollte Polzin nicht kommentieren. Der 34-Jährige erklärte aber, warum es Poreba zurzeit so schwierig hat beim HSV: „Luki arbeitet auf einem sehr hohen Trainingsniveau, man muss aber sagen, dass unsere Personalsituation im Mittelfeld einfach extrem hoch ist. Die Qualität der einzelnen Spieler war in den vergangenen Wochen so, dass wir relativ wenig Möglichkeiten gesehen haben oder wenige Gedanken hatten, etwas zu ändern.“

Lukasz Poreba hat es im HSV-Mittelfeld derzeit schwer

Zuletzt kehrte auch Ludovit Reis nach mehrmonatiger Verletzung zurück, durfte gegen Kaiserslautern (3:0) neben Adam Karabec im Mittelfeld beginnen. Marco Richter saß zunächst auf der Bank – anders als Poreba aber nicht über die vollen 90 Minuten. Und in naher Zukunft soll auch Immanuel Pherai wieder spielfähig sein, weshalb im offensiven Zentrum kein Platz ist für Poreba. Und auf der Sechs steht Daniel Elfadli als erster Vertreter von Jonas Meffert in der Hirarchie über Poreba, der zuletzt bei Steffen Baumgarts Abschiedsspiel gegen Schalke (2:2) in der Startelf stand.

Merlin Polzin ließ Lukasz Poreba (2.v.l.) zuletzt dreimal in Folge 90 Minuten auf der Bank. WITTERS
Merlin Polzin im Austausch mit Lukasz Poreba im HSV-Training
Merlin Polzin ließ Lukasz Poreba (2.v.l.) zuletzt dreimal in Folge 90 Minuten auf der Bank.

Polzin sagt dennoch: „Ich sehe ihn – und das habe ich Luki auch häufig gesagt, weil wir in einem engen Austausch sind – ehrlicherweise nicht so weit weg wie der eine oder andere vielleicht vermuten mag. Er ist ein sehr wichtiger Bestandteil, weil er durch sein Positionsspiel, durch sein sehr cleveres taktisches Verhalten im Ballbesitz immer wieder Lösungen findet – egal, ob auf der Sechser- oder auf der Achterposition. Das ist etwas, weshalb wir ihn definitiv brauchen und weshalb wir froh sind, dass er Teil unseres Kaders ist.“ Noch ist Poreba das, er hat seit Sommer, als der HSV ihn für knapp unter eine Millionen Euro fest aus Lens verpflichtete, einen Vertrag bis 2027.

Merlin Polzin lobt Poreba: „Luki ordnet sich komplett unter“

Mit der sportlich schwierigen Situation aber hat der 24-Jährige zu kämpfen. „Unabhängig davon, was in den letzten Wochen war, ordnet sich Luki komplett dem Team unter und versucht, seine Leistungen bestmöglich im Training zu bringen, um unser Niveau generell zu entwickeln“, erklärt Polzin zwar und lobt: „Luki hat unter der Woche seinen Teil dazu beigetragen, dass die Jungs am Wochenende einen richtig guten Job gemacht haben.“ Weil seine Kollegen das zuletzt aber bereits mehrfach taten und der HSV nun seit elf Ligaspielen ungeschlagen ist, sind die Einsatzchancen für Poreba nicht gewachsen – im Gegenteil. Deshalb laufen nun die Gespräche, wie es mit Poreba weitergehen soll.

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Ein Blitz-Abgang in die MLS ist möglich – ein Abgang mitten in der Saison derzeit aber (noch) nicht spruchreif. Die Vancouver Whitecaps sind am vergangenen Wochenende mit einem 4:1-Auswärtssieg in Portland in die MLS-Saison gestartet und sollen gerüchteweise auch an Dominik Fitz (25) von Austria Wien interessiert sein. Ausgang offen.

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