Landesliga-Skandal: Prügel-Vize verdirbt Pinneberg-Party
Ein Spielabbruch stellt den Oberliga-Aufstieg von TBS Pinneberg in Frage – weil ein Vorstandsmitglied durchdrehte. Trainer Burak Bayram nahm gegenüber der MOPO Stellung.
Eigentlich war alles angerichtet: Spitzenreiter TBS Pinneberg empfängt am Sonntag (13 Uhr, Müßentwiete) den Verfolger SV Rugenbergen, mit einem Heimsieg wäre der erste Oberliga-Aufstieg zum Greifen nah. Doch bei der Generalprobe in Tornesch rastete der Vizepräsident der Pinneberger aus. Als TBS das 0:2 kassierte, initiierte er eine Schlägerei und sorgte Minuten vor dem Ende für einen Spielabbruch. TBS droht ein Punktabzug.
TBS Pinneberg: Landesliga-Abbruch nach Schlägerei
„Wir sind alle schockiert“, sagt Trainer Bayram und bezeichnete das Geschehen als „maximal unglücklich und ärgerlich“: „Eine einzelne Person schmeißt alles um. Das gehört nicht zu unseren Werten.“ Der Funktionär, auch als Zeugwart aktiv, wurde aus dem Verein ausgeschlossen. Dass die TBS-Spieler sich laut Augenzeugen alle Mühe gaben, die Situation zu entschärfen, ist ehrenhaft, dürfte den Klub aber nicht vor einer Strafe bewahren.
„Von der Gefühlslage kommt es, wie es kommt“, erwartet Bayram mögliche Sanktionen. Umso wichtiger wäre ein Sieg gegen Rugenbergen, doch vor dem Spielabbruch handelte sich TBS-Torjäger Vincent Boock in Tornesch eine Rote Karte ein und wird damit fehlen.
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TBS wurde 1995 von Migranten gegründet, das Kürzel steht für Türk-Birlikspor. „Der Verein hat vielen Menschen eine Perspektive geboten“, erzählt Bayram. Im Sommer soll 30-jähriges Bestehen gefeiert werden. Doch im Moment ist in Pinneberg niemandem so recht zum Feiern zumute.
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