„Zu viel Druck“ wegen Sinner und Nummer eins? Was Boris Becker zur Zverev-Krise sagt
Es läuft einfach nicht. Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev steckt in der Krise. Der Weltranglistenzweite aus Hamburg wollte in diesem Frühjahr die Nummer-eins-Position angreifen, findet aber einfach nicht zu seiner Form. Boris Becker hat eine klare Meinung zum Tief des 27-Jährigen.
In seiner Wahl-Heimat Monte Carlo arbeitet Zverev an seinem Spiel, um wieder in die Spur zu finden. Das ist wichtig, denn in Kürze startet die Sandplatzsaison und Ende Mai mit den French Open das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres. Die Chance, den Weltranglistenersten Jannik Sinner (23/Italien) während dessen dreimonatiger Dopingsperre, die am 4. Mai abläuft, zu entthronen, konnte Zverev noch nicht nutzen.
Boris Becker spricht in Hamburg über Alexander Zverev
Laut Becker ist das aktuelle Tief auch Kopfsache. „Was Sascha gerade durchmacht, ist normal“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger am Donnerstagabend beim „Active City Afterwork“ am Hamburger Rothenbaum, wo Ende Mai auf der Anlage das ATP-Turnier „Hamburg Open“ stattfindet. „Er hat den großen Traum, die Nummer eins zu werden. Es scheint zu viel Druck und Erwartungshaltung zu sein.“
Becker ist überzeugt, dass sich Zverev wieder „erholen“ werde und in den kommenden Wochen und Monaten bessere Resultate erzielen wird und appelliert, nicht schwarz zu malen. „Er ist immer noch die Nummer zwei der Welt – wir haben keinen Besseren. Deshalb sollten wir ihn unterstützen und nicht immer nur kritisieren.“
Becker zum deutschen Tennis und Toptalent Justin Engel
Das deutsche Tennis sieht der 57-Jährige insgesamt in einer schwierigen Phase. Jan-Lennard Struff (34) sei „in die Jahre gekommen“, dafür macht ihm aber das Toptalent Justin Engel (17) Hoffnung. Becker mahnt aber: „Man sollte ihn in Ruhe lassen und nicht so viel über ihn reden, das können die Jungen nicht so gut ab.“ Schmunzelnd fügte er an, dass zu viel Lob oder zu große Hoffnungen und Erwartungen jungen Spielern den Kopf verdrehen könne. „Die lesen das dann bei Instagram und glauben das auch noch.“
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